Für Polizei kein Verdacht auf Straftat

Melsungerin ist sicher: Ihre Schäferhündin wurde vergiftet

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Wurde Aska vergiftet? Carina Metzker aus Melsungen ist sich sicher, dass ihre Schäferhündin gezielt vergiftet wurde. 

Es ist erst einige Tage her, als die dreijährige Schäferhündin Aska plötzlich stark aus der Nase blutete und erbrach. „Das ganze Treppenhaus war voll“, sagt Hundehalterin Carina Metzker.

Sie ist sich sicher, dass ihr Hund gezielt vergiftet wurde. „Ich gehe davon aus, jemand hat etwas Vergiftetes über den Zaun geworfen.“

Metzker wohnt mit ihrem Ehemann, ihrem fünfjährigen Sohn und zwei Schäferhunden direkt am Stadtwald in Melsungen. An ihrem Grundstück führt ein Spazierweg vorbei. Ein beliebter Weg bei Hundebesitzern. Wenn Metzkers Hunde im Garten unterwegs sind, trennen sie ein Gartentürchen und hohe Holzwände von diesem Weg. „Wenn die Hunde etwas hören, dann schießen sie natürlich immer an den Zaun und bellen. Aber sie sollen ja auch das Grundstück bewachen“, erzählt die 37-jährige Mutter.

An dem Tag, an dem Aska vermutlich etwas Giftiges gefressen hat, sei die Hündin etwa eine Stunde lang alleine im Garten unterwegs gewesen. Der andere Hund der Metzkers, die neun Monate alte Pepa, war währenddessen im Haus. „So erkläre ich mir auch, wieso es nur Aska schlecht ging.“ Am Nachmittag sei das ganze Treppenhaus voll Blut gewesen. „Wir haben erst gedacht, dass Aska vielleicht heiß wird. Aber eigentlich ist sie erst im Februar wieder dran.“

Hat Schäferhund aus Melsungen Rattengift geschluckt?

Beim Gassi-Gehen habe Aska nichts gefressen, ist sich Metzker sicher. „Ich lasse sie nicht von der Leine. Wenn sie was gefressen hätte, dann hätte ich das mitbekommen.“ Einen Tag später habe der Schäferhund zwar nicht mehr geblutet, „aber sie war viel zu ruhig. Aska ist sonst sehr temperamentvoll“, erzählt Carina Metzker. In der Nacht darauf habe der Hund gejammert und mehrfach erbrochen. „In dem Erbrochenen waren auffällige kleine Pellets.“ Am nächsten Tag packte Metzker sofort ihren Hund und fuhr mit ihm zur Tierärztin.

Bluttests ergaben, dass Askas Blutgerinnung nicht richtig funktionierte – ein Symptom, das Rattengift hervorruft. Wird keine Therapie eingeleitet, verbluten die vergifteten Tiere.

Mittlerweile ist Aska wieder auf dem Damm. „Ich bin so froh“, sagt die Melsungerin. Denn sie habe zeitweise schon damit gerechnet, dass Aska sterben könnte. Aber ein schlechtes Gefühl bleibt. „Ich bin mir sicher, dass Aska gezielt vergiftet wurde.“ Schon mehrfach habe sie gehört, dass ihre Schäferhunde einigen Nachbarn ein Dorn im Auge seien. „Angeblich haben die Leute Angst, hier vorbeizugehen, weil die Hunde im Garten sein könnten.“

Dabei sei die Angst vor den Schäferhunden völlig unbegründet. „Die haben noch niemals jemandem etwas getan. Außerdem haben wir alles verriegelt. Die Hunde kommen sicher nicht raus.“

Die Hunde alleine in den Garten zu lassen kommt für die Metzkers nicht mehr infrage. „Ich habe Angst, dass es noch mal passiert.“

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Das sagt die Tierärztin: 3 Wochen Therapie für Schäferhund

„Aska hat mit hoher Wahrscheinlichkeit Gift gefressen“, sagt die behandelnde Tierärztin Regina Korthaus aus Melsungen. Dafür spreche die Blutgerinnungsstörung, die mehrere Tests ergaben. Beim ersten Test sei die Blutgerinnungszeit noch unauffällig gewesen, so Korthaus. Bei der nächsten Blutabnahme sah es dann allerdings anders aus. „Rattengift wirkt zeitverzögert, das könnte der Grund dafür sein.“ Auch eine Lebererkrankung könne eine Gerinnungsstörung hervorrufen. „Das konnten wir mithilfe eines großen Blutbildes allerdings auschließen“, sagt Regina Korthaus. Durch die Gabe von Vitamin K1 wird Askas Blutgerinnung nun wieder in Gang gesetzt. Mit medizinischer Kohle wurden mögliche Giftstoffreste im Körper gebunden und ausgeschieden. 

Eine dreiwöchige Therapie muss der Hund durchlaufen. „Aber er wird zu 99 Prozent wieder komplett gesund.“ Diese Prognose sei der aufmerksamen Besitzerin zu verdanken. Vergiftungen können sich auch durch Blutungen im Darmtrakt äußern oder durch Hautblutungen. „Das kann dem Besitzer schnell entgehen, und dann kann das schnell anders ausgehen.“

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Das sagt die Polizei

Die Hundebesitzerin meldete den Vorfall auch der Polizei. Jedoch seien die Angaben zu Ort und Zeit des Vorfalls zu vage gewesen, um weitere Ermittlungen einzuleiten, sagt Polizeipressesprecher Volker Schulz. „Deshalb bestand von uns aus kein Verdacht einer Straftat.“ Vor einiger Zeit seien in Spangenberg vergiftete Hundeköder ausgelegt worden, aber von gezielten Angriffen auf bestimmte Hunde sei nichts bekannt. 

Sollte allerdings jemand konkrete Hinweise geben können, dass jemand gezielt Haustiere vergiften will, solle er sich umgehend an die Polizei wenden. „Denn dabei geht es um eine Straftat.“

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