Melsungerin Johanna Wagner hat zweites Buch über Südamerika geschrieben

Besuch einer Mine: Tief bewegt hat Autorin Johanna Wagner der Besuch einer Silbermine in Potosí. Foto: Wagner/nh

Melsungen. Neues über ihre Zeit in Südamerika gibt es von der Melsunger Autorin Johanna Wagner. Mit „Zwischen den Zeilen reisen" hat die junge Frau nun den zweiten Teil ihres Reisetagebuches vorgelegt.

Geht es im ersten Teil „Schlaflos in der Regenzeit“ überwiegend um ihre Ankunft und das sich Zurechtfinden in der peruanischen Hauptstadt Lima, findet der Leser im ersten Kapitel des zweiten Bandes eine reflektierte Schilderung der Stadt und ihrer Einflüsse. Im zweiten Kapitel - dem Herzstück des Buches - erfährt der Leser, was Johanna Wagner auf ihrer Reise durch Südamerika erlebt und bewegt hat.

Dabei wollte die 30-Jährige mit ihren Texten mehr transportieren als nur Geschichten über tolle Orte. Anders als in herkömmlichen Reiseführern habe sie auch die Palette der Gefühle aufzeigen wollen, die sie während ihrer Reise begleitet haben. Das Staunen beim Anblick überwältigender Landschaften, aber auch das Gefühl der Verlorenheit und des Heimwehs. „Ich wollte alle Facetten einer Reise zeigen“, sagt Wagner. Und so wird der Leser Teil von Wagners Gedankenwelt, die sie eindrücklich und in klarer Sprache schildert.

Ursprünglich hatte Wagner kein Buch geplant. Wie schon der erste Teil ist auch das zweite Buch aus den Einträgen ihres Blogs entstanden, das die 30-Jährige während ihres siebenmonatigen Aufenthalts in Südamerika 2009/2010 führte.

Die Leser ihres Blogs - also ihres Internet-Tagebuchs - hatten Johanna Wagner dazu ermutigt, ein Buch daraus zu machen. Und so erschien 2013 der erste und nun der zweite Teil von Johanna Wagners Reiseerlebnissen.

Im letzten Kapitel ihres jetzt erschienenen Buches beschreibt sie ihre Ankunft, nicht nur in der Heimat Deutschland, sondern vor allem auch den Kulturschock, den sie erlitten hat, als ihr bereits in Argentinien und Chile wieder die Schnelllebigkeit und der Konsumwahn der westlichen Welt begegnen.

Fernweh sollte man stillen 

Sie beschreibt, wie sie erneut nach Leme in Brasilien kommt, wo sie nach dem Abitur sechs Monate verbracht hat, dort schließt sich am Ende ihrer Reise der Kreis für sie. „Der Aufenthalt dort hat mich sortiert nach den Turbulenzen der Reise“, sagt Wagner. Sie sagt, dass ihre Auslandsaufenthalte - die 30-Jährige war auch in Australien - zu einer großen Heimatverbundenheit geführt hätten. „Ich schätze sehr, was ich hier habe“, sagt sie. Sie rät jedem, der Fernweh hat, es in möglichst jungen Jahren zu stillen. „Mit dem Alter verliert man auch die Unbeschwertheit“, sagt sie.

Das Buch „Zwischen den Zeilen reisen“, das Johanna Wagner mit 45 eigenen Fotos illustriert hat, kostet 12 Euro. Es ist in Melsungen im Kurhessen-Lädchen, der Brückenbuchhandlung, bei Foto und Buch sowie online unter http://marieposamedien.com erhältlich.

Zur Person: 

Johanna Wagner, 30, verbrachte nach ihrem Abitur 2005 an der Geschwister -Scholl-Schule in Melsungen sechs Monate in Brasilien. 2009 kehrte sie erneut nach Südamerika zurück und arbeitete als Freiwillige in der peruanischen Hauptstadt Lima im Centro Vida Nueva, einer Schule und Therapieeinrichtung für Kinder mit Behinderung. Anschließend reiste sie durch südamerikanische Länder wie Bolivien und Ecuador. Die Physiotherapeutin und Managerin für angewandte Gesundheitswissenschaft lebt mit ihrem Partner derzeit auf der Insel Sylt.

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