Musikprojekt der Fuldatal-Schule und Radko-Stöckl-Schule

Milky Chance-Sänger Clemens Rehbein in Melsungen 

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Clemens Rehbein (Mitte) mit den Fuldatal-Schülern Laura Möller und Justin Schneider vom Siegerteam des Musikprojekts. 

Melsungen. Mit Musik gegen Rassismus und für mehr Toleranz. Der Weltstar aus Kassel Clemens Rehbein überraschte als Schulpate 26 Schüler in Melsungen.

Normalerweise tourt er mit seinen Bandkollegen durch Europa, die USA, Südamerika. Gestern bescherte der Milky-Chance-Sänger Clemens Rehbein 26 Schülern im Kultur-Keller der Radko-Stöckl-Schule ein unvergessliches Erlebnis. „Ich habe ihn erst gar nicht erkannt, er hat doch normalerweise diese großen Wuschelhaare“, schilderte Justin Schneider (17) seine Verblüffung, als der Weltstar plötzlich vor ihm stand.

Die Idee zum ersten gemeinsamen Musikprojekt der Melsunger Fuldatal-Schule und der Berufsschule entstand bei einem Seminar für Schulen, die den Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ tragen. „Da einige der Förderschüler demnächst auf die Berufsschule wechseln, wollten wir mit dem Projekt die Schulen besser vernetzen“, erklärt die Sportkoordinatorin der Fuldatal-Schule Inka Laessing. Sie kennt den Vater des Kasseler Sängers, und fragte Rehbein daher 2015, ob er Schulpate werden wolle.

Wurden von Milky-Chance-Sänger Clemens Rehbein (vorne Mitte) überrascht: Von links die Radko-Stöckl-Schüler Jannik Stepanek (17), Leon Ludolph (17), Hamid Jaffari (20) und Fuldatal-Schülerin Ann-Kathrin Thiel (17). 

„Die anfänglichen Hemmungen haben die Schüler im Laufe des Vormittags völlig vergessen“, berichtet Laessing. Ziel des Projekts: Toleranz stärken durch Geschicklichkeits- und Musikspiele. Die Förderschüler und Berufsschüler, darunter Jugendliche mit Fluchterfahrung, hatten sich dafür in Zweier-Teams zusammengeschlossen. Für viel Erheiterung sorgte beispielsweise ein Spiel, bei dem mit Gummi-Enten der Rhythmus von bekannten Liedern nachgespielt wurde. Clemens Rehbein war dabei als Jury-Mitglied tätig.

„Mit Musik kann man gut Vorurteile abbauen. Musik ist eine universelle Sprache, die jeder versteht und in sich trägt“, sagte der 25-Jährige. Mobbing sei ein Problem, dass an jeder Schule vorkomme. 

„Ich war ein schlechter Schüler, auch in Musik, aber meine Schulzeit war toll“, erzählt er lachend. Seinen Schulfreunden steht er bis heute nahe, schließlich wurden er und sein Schulkamerad Philipp Dausch 2013 mit dem Lied „Stolen Dance“ international berühmt. Rehbeins rauchige Stimme füllt mühelos den dunklen Keller in der Radko-Stöckl-Schule und es wird zum ersten Mal still, als er das Lied zum Abschied singt. „Das Beste war, als Herr Rehbein für uns gesungen hat“, schwärmte Fuldatal-Schülerin Ann-Kathrin Tiehl (17), „in Erinnerung bleiben wird mir vor allem die gute Stimmung.“

Etwa 150 Konzerte weltweit gab Rehbein 2017. Auf dem Boden und vor allem Nordhesse geblieben sei er dank seiner Freunde. „Vor allem aber die Familie erdet einen sehr“, so der Vater einer fast dreijährigen Tochter. 

Ahle Wurscht und Fußball - Zehn Fragen an Clemens Rehbein

• Jeans oder Stoffhose? Jeans. 

• Meer oder Berge? Meer, egal ob Mittelmeer oder Ostsee. 

• Facebook oder Twitter? Keines von beiden. 

• Bier oder Wein? Rot- und Weißwein. 

• Fußball oder Formel 1? Wenn, dann eher Fußball. 

• Hotel oder Zelt? Zelten finde ich sehr romantisch. 

• Mercedes oder BMW? Hauptsache praktisch für die Familie. 

• Rock oder Pop? Am liebsten Singer-Songwriter. 

• Ahle Wurscht oder Weckewerk? Ahle Wurscht. 

• Aufzug oder Treppe? (zögert) Treppe. Muss ja fit bleiben.

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