Musikunterricht 

Weltstar besuchte Schüler: Milky-Chance-Sänger zu Gast in Melsungen

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Musizieren mit einem Weltstar: Hintere Reihe von links Ahmad, Shamsullah und Jean-Markus, mittlere Reihe von links Angely, Pamela, Milky-Chance Sänger Clemens Rehbein, Emma und Hermon. Vorne Lehrerin Inka Laessing. 

Eine Musikstunde der besonderen Art haben jetzt die Schüler der Fuldatalschule in Melsungen erlebt.

Milky-Chance-Sänger Clemens Rehbein war bei einem Musik-Workshop an der Schule zu Gast. Von Star-Allüren keine Spur: Zwischen Getränkekisten, Trommeln und Gitarren probten die Schüler mit dem Sänger zusammen in lockerer Atmosphäre. Ziel war, über die Musik Toleranz zu fördern.

Seit 2015 trägt die Fuldatalschule den Titel „Schule ohne Rassismus“. Rehbein unterstützt das Projekt als Pate. Der 26-Jährige habe bisher keine direkten Erfahrungen mit Rassismus gemacht. „Unsere Klasse auf der Reformschule war ethnisch bunt durchmischt, da gab es nie Probleme“, sagt Clemens Rehbein. Er sei aufgrund seines Aussehens schon öfter gefragt worden, ob er Südländer sei – was nicht der Fall ist. Der Sänger und seine Band stammen aus Kassel.

Die Frage nach der Herkunft des Gegenübers ist seiner Meinung nach ein sensibles Thema: „Wenn ich ständig gefragt werde, wo ich herkomme, werde ich in dem Moment ein bisschen auf meine Herkunft reduziert.“ Rassismus im Alltag schleiche sich schnell ein, oft stecke keine böse Absicht dahinter. 

Rassismus ist auch in Melsungen Thema

Dass Rassismus im Alltag der Schüler eine Rolle spielt, bestätigt die 13-jährige Kim. Die Schülerin der Fuldatalschule erinnert sich an ein Erlebnis im Schwimmbad: „Zwei Jungs haben sich geprügelt, weil einer den anderen, einen dunkelhäutigen Jungen, beschimpft hat und zu ihm gesagt hat, er solle in sein Land zurückgehen.“ Sie habe daraufhin den Schwimmmeister gerufen, der den Streit geschlichtet habe, erzählt die Schülerin.

Bei dem Projekt geht es um Toleranz und Weltoffenheit. Das müsse man einfach vorleben, sagt Clemens Rehbein. Ihm ist es wichtig, die Schule als Projektpate regelmäßig bei Workshops zu unterstützen, um Vorbild für die Jugendlichen zu sein: „Den stärksten Eindruck hinterlässt man im persönlichen Miteinander.“

Neben dem Milky-Chance-Sänger begleitete Dark-Vatter-Frontmann Timo Israng den Workshop. Die beiden kennen sich schon seit vielen Jahren – Israng war Rehbeins Gitarrenlehrer an der Musikschule in Kassel.

Workshop wird durch Bundesprogramm gefördert

Beim Workshop brachten die Musiker den Schülern verschiedene Musikgenres näher. „Musik ist ein gutes Mittel, um schnell ins Gespräch und auf ein gemeinsames Level zu kommen“, sagt Israng. Unterstützt wurde der Workshop auch von Musiker Andreas Köthe und seiner Partnerin Ewa Parna, die sich in der Flüchtlingshilfe engagieren. Neben den Fuldatalschülern nahmen deshalb auch einige Flüchtlinge aus der Jugendwerkstatt Felsberg teil. „Musik ist eine Sprache, die wir alle sprechen und verstehen“, sagt Andreas Köthe.

Gefördert wird der Musik-Workshop durch das Bundesprogramm „Demokratie leben“. Inka Laessing, Lehrerin an der Fuldatalschule, hatte die Idee zu dem Workshop, der zum zweiten Mal stattfindet. „Mit solchen Aktionen schaffen wir es, dass Schule ohne Rassismus kein leerer Titel bleibt“, sagt Laessing. Sie war es auch, die Clemens Rehbein als Projektpaten ins Boot holte.

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