Mit Corona ins kalte Wasser

Neuer Leiter des Rettungsdienstes beim Deutschen Roten Kreuz

Führungsteam: Im Bild von links der Geschäftsführer des DRK Schwalm-Eder, Manfred Lau, der neue Rettungsdienstleiter im Landkreis Marco Hille und die neuen Gebietsleiter Nord Frank Wimmel und Sergej Jenner.
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Führungsteam: Im Bild von links der Geschäftsführer des DRK Schwalm-Eder, Manfred Lau, der neue Rettungsdienstleiter im Landkreis Marco Hille und die neuen Gebietsleiter Nord Frank Wimmel und Sergej Jenner.

Schwalm-Eder – Marco Hille hat das hingelegt, was man einen Sprung in kalte Wasser nennt. Der 33-jährige Homberger ist seit März der Leiter des Rettungsdienstes des Deutschen Roten Kreuzes im Schwalm-Eder-Kreis. Er ist verantwortlich für elf Rettungswachen und mehr als 230 Rettungsassistenten, -sanitäter und Notfallsanitäter. Das heißt, er ist auch dafür verantwortlich, dass im Landkreis an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr Rettungswagen einsatzbereit sind.

Aber kaum war Hille eingearbeitet, da kam die Coronakrise. „Wie Marco Hille das alles hinbekommen hat, zeigt, dass wir die richtige Personalentscheidung getroffen haben“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Manfred Lau. Hille habe sich zuvor beim Aufbau der Erstaufnahmeeinrichtung in Neukirchen und der Leitung der Fritzlarer Rettungswache seine Sporen verdient. Und eine große Veränderung hat er trotz Corona bereits umgesetzt. Es gibt eine zentrale Dienstplanung über die unterschiedlichen Gebiete Nord (Melsungen), Mitte (Homberg), West (Fritzlar) und Süd (Ziegenhain) hinweg. Das hat auch dafür gesorgt, dass sich die unterschiedlichen Gebietsleiter häufiger austauschen und enger zusammenarbeiten. In Zeiten von Corona findet das dann eben mehrmals wöchentlich per Videokonferenz statt. Frank Wimmel (43, aus Homberg) ist in Melsungen der neue Bereichsleiter Nord. Ihm zur Seite steht Sergej Jenner (39, aus Röhrenfurth), ebenfalls neu in seiner Funktionen. Der Start sei schon komisch gewesen, sagt Wimmel. „Von der Einarbeitung ging es ins Homeoffice.“

In den anderen Gebieten gibt es zwei neue Stellvertreter. „Das Team ist jung, in Teilen neu und total motiviert“, freut sich Hille. Der Notfallsanitäter kennt das Geschäft genau. Es sei von Vorteil, dass er als Prokurist aus dem Rettungsdienst komme, sagt er –das sei besser als ein Betriebswirt ohne Rettungsdiensterfahrung. Über alle Standorte hinweg würden aktuell viele Dinge angepasst, zum Beispiel in der Lagerung. Es sei total hilfreich, wenn jeder in jeder Wache wüsste, wo er etwas finde. Das mache die Arbeitsplätze attraktiver und Vertretungen leichter.

Die Coronakrise habe deutlich gemacht, wie wichtig es sei, kritische Materialien vorrätig zu haben, sagt Hille. Das sei aber bei vielen Dingen nicht der Fall gewesen, da üblicherweise Nachschub in wenigen Tagen verfügbar war. Als Reaktion darauf habe er die Mindestbestände erhöht.

Außerdem gebe es in vielen Bereichen ausschließlich Einwegartikel. Früher habe man vieles reinigen können, sagt Wimmel. Vereinzelt seien Produkte knapp geworden, aber so teuer, dass man sie eigentlich nicht kaufen konnte. Auch die Abhängigkeit von ausländischen – vornehmlich asiatischen – Zulieferern habe sich als problematisch erwiesen, sagt Lau. Aber das seien alles Themen, die jetzt mit dem Landkreis diskutiert würden, sagt Lau.

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