Familienrecht ist Schwerpunkt

Klaus Seubert ist neuer Direktor am Amtsgericht Melsungen

Familienrichter an der Spitze: Dr. Klaus Seubert ist der neue Direktor des Melsunger Amtsgerichts. Er ist Nachfolger von Jürgen Kitzinger und spezialisiert auf Familienrecht und Betreuungsrecht.
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Familienrichter an der Spitze: Dr. Klaus Seubert ist der neue Direktor des Melsunger Amtsgerichts. Er ist Nachfolger von Jürgen Kitzinger und spezialisiert auf Familienrecht und Betreuungsrecht.

Wenn Dr. Klaus Seubert ein Faible für die Sterne gehabt hätte, wäre er in die Astro-AG am Gymnasium gegangen und später möglicherweise Astronom geworden. Aber er wurde Richter – weil er sich im letzten Schuljahr vor dem Abitur für den Wahlpflichtkurs Rechtskundelehre entschieden hat.

Melsungen - Das sagt der neue Direktor am Amtsgericht in Melsungen im Rückblick. Die juristischen Schwerpunkte des 50-Jährigen sind das Familienrecht und das Betreuungsrecht. Das passt gut zum Melsunger Amtsgericht, „denn Familienrecht ist unsere Bastion“, sagt Seubert. 70 Prozent der Verfahrensentscheidungen in Melsungen sind aus dem Bereich Familienrecht. Seubert ist einer von sechs Richtern und hat als Direktor Personalverantwortung für die 36 Mitarbeiter.

Seine berufliche Laufbahn führte Klaus Seubert auch zu seinen beruflichen Wurzeln zurück. Denn sein Kollege am Amtsgericht Eschwege, Direktor Ulrich Saemann, unterrichtete einst den Abiturienten Seubert am Eschweger Gymnasium in der Rechtskundelehre. Weitere berufliche Stationen Seuberts waren das Amtsgericht in Kassel und das Oberlandesgericht Frankfurt. Am Melsunger Amtsgericht ist Klaus Seubert als Direktor ohne zeitliche Befristung. Nach Melsungen pendelt er täglich von Eschwege. Dort lebt er mit seiner Ehefrau, die als Lehrerin am Schulamt in Bebra arbeitet.

Die ersten Wochen seiner Tätigkeit in Melsungen waren von Corona beherrscht. Denn Seubert muss als Direktor dafür sorgen, dass die Hygienevorgaben im Amtsgericht eingehalten und die Gesundheitsbelange des Personals gesichert werden.

Aber er ist auch Richter. Ein Amt, bei dem er das Leben der Menschen gestaltet: „Wir sind unmittelbar dran am Leben der Menschen und greifen mit unseren Entscheidungen in ihr Leben ein.“ Er hat mit allen Schichten der Bevölkerung zu tun. Das Wichtigste dabei: Verantwortungsbewusstsein, Neutralität, Objektivität – und Empathie. „Wir müssen die Menschen da abholen, wo sie stehen.“ Das lerne man nicht an der Universität. Deshalb sei die Ausbildung der Referendare durch Juristen aus der Praxis auch so wichtig – für beide Seiten. Und Seubert wird wieder bewusst, dass es ein Richter war, der ihm als Abiturient am Eschweger Gymnasium das Interesse für Jura geweckt hat. (Claudia Feser)

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