Florian Möller baut alten Melsunger Bahnhof nach

Alter Bahnhof Melsungen im Modell-Format

Florian Möller malt die Modulteile des Melsunger Bahnhofs mit Farbe an.
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Von Hand bemalt: Florian Möller malt den Melsunger Bahnhof im Beigeton an. Dafür braucht er eine ruhige Hand.

Als die Fotos vom alten Melsunger Bahnhof gemacht wurden, die Florian Möller als Vorlage für sein Bastelprojekt dienen, war der Obermelsunger noch gar nicht geboren. Die Fotos zeigen den Bahnhof vor seinem letzten Umbau, Ende der 1990er-Jahre.

Heute ist Florian Möller 21 Jahre alt und baut den Bahnhof originalgetreu nach – mit PC-Programm und 3D-Drucker. Das ist Kleinstarbeit, die dreidimensionales Vorstellungsvermögen, Geduld und Fingerspitzengefühl erfordert. Anhand der Fotos konstruiert Möller das Bahnhofsgebäude mithilfe eines PC-Programms. Dann lässt er die einzelnen Module im 3D-Drucker ausdrucken, den er sich extra für das Projekt angeschafft hat.

Auch hierfür braucht der Auszubildende für Lagerlogistik Zeit, denn das Ausdrucken eines Moduls dauert zwei Stunden. Knifflig wird dann das Zusammenkleben der einzelnen Module, Wäscheklammern geben den kleinen Klebeflächen zusätzlichen Halt. Für sein Projekt nimmt er Modellbaukleber.

Dabei sind Modellbahnen „nicht so mein Ding“, wie Möller sagt. Er interessiert sich stattdessen für die richtigen, großen Bahnen und macht Trainspotting. So nennt man das hobbymäßige Beobachten von Zügen. Und da auch Fotografieren zu seinen Hobbys zählt, macht Möller gerne Fotos von Zügen.

Ein Bahnhofsgebäude hatte er schon fast fertig, nur das Dach fehlte noch. Doch dann hat er es zerstört, weil er dieses Modell im Maßstab H0 (1 zu 87) gebaut und gemerkt hat, dass er zu viel Platz braucht. Denn Möller möchte die gesamte Bahnhofsanlage nachbauen, inklusive Gleisanlagen, früheres Raiffeisengebäude (heute Aldi), Fußgängertunnel und Landhandel Oetzel. Und zwar im Maßstab 1 zu 160, also Spur N.

Als Vorlagen dienen ihm alte Fotos und Zeichnungen. Und ein altes Video, das er von einem Lokführer geschickt bekommen hat. Der hatte Ende der 1990er-Jahre die Einfahrt in den Melsunger Bahnhof aus dem Führerstand gefilmt. Darauf kann Möller alle Gleise, auch Abstellgleise, erkennen. Möller hat außerdem einen Gleisplan aus dem Jahr 1987 gekauft: „Der erleichtert mir das Bauen, weil ich darauf sehen kann, wo was war und wo welche Weiche liegt.“ Außerdem hat er viel im Internet gesucht, mit Ingenieuren und dem Architekten des neuen Bahnhofsvorplatzes kommuniziert.

Drei, vier Jahre dauert es, bis das ganze Ensemble fertig sein wird, schätzt Möller. Und was macht er damit? „Dann kommt es in den Keller.“ Vielleicht findet sich ja noch ein besseres Plätzchen für den Bahnhof im Kleinformat.

Florian Möller will aufbauen, was längst Geschichte ist. Und weil der 21-Jährige den alten Bahnhof nicht selbst erlebt hat, ist er auf zeitgeschichtliches Material angewiesen wie Fotos, Zeichnungen und Videos. Aktuell ist er mit der Bahnhofsgaststätte beschäftigt. Er plant das Gebäude am Computer und will die einzelnen Module zeichnen. Aber: Wie viele Fenster hatte das Haus? Waren es Doppelfenster? Und wo genau befand sich die Tür?

Das kann Möller auf den Aufnahmen, die ihm vorliegen, nämlich nicht genau erkennen. Deshalb bittet er die Melsunger und alle Bahninteressierten um Mithilfe: Wer kann ihm Dokumente rund um das Thema Bahnhof vor dem Umbau zur Verfügung stellen? Gerne auch als Kopien.

Kontakt: Florian Möller, E-Mail florian.moeller1999@gmail.com, Tel. 0173 - 525 68 03

(Claudia Feser)

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