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Neuer Förster im Spangenberger Revier Landefeld

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Von: Barbara Kamisli

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Der eine geht, der andere kommt: Förster Manfred Deist (links) ist jetzt im Ruhestand, auf ihn folgt Dirk Gronostay als Revierförster in Landefeld.
Der eine geht, der andere kommt: Förster Manfred Deist (links) ist jetzt im Ruhestand, auf ihn folgt Dirk Gronostay als Revierförster in Landefeld. © Barbara Kamisli

Förster Manfred Deist ist nach 32 Jahren im Revier Landefeld im Ruhestand „Mit so einem Nachfolger lässt es sich leichteren Herzens gehen“, sagt Manfred Deist. Er war 32 Jahre Förster im Revier Landefeld, nun hat er sich in den Ruhestand verabschiedet. Wenn der 65-Jährige über seine Arbeit spricht, dann ist nicht zu überhören, wie sehr sein Herz am Wald hängt. Umso mehr schmerzt ihn, was seit Jahren durch Stürme, Borkenkäfer und Trockenheit mit dem Wald passiert.

Spangenberg - „Als wir die Schäden, die der Sturm Kyrill angerichtet hatte, langsam wieder in den Griff bekommen haben, habe ich aufgeatmet“, sagt Deist. Dass es dem Wald so schlecht gehen könnte wie derzeit, das habe er sich nicht vorstellen können und wollen. Die Frage, warum er Förster geworden ist, beantwortet er ohne Zögern. „Na ja, ich komme aus der Landwirtschaft. Nachmittags haben wir meinen Vater immer im Wald besucht. Natur lag mir schon immer am Herzen.“

Nach Abitur und Bundeswehr begann er 1978 eine fünfjährige Ausbildung im gehobenen Forstdienst. Nach fünfjähriger Büroleitertätigkeit im Forstamt Heringen übernahm er 1990 die Revierförsterei Dörnbach im damaligen Forstamt Spangenberg, die nach der großen Forstreform erweitert und in Revier Landefeld umbenannt wurde. Deist war auch fast 30 Jahre Ausbilder für Anwärter des gehobenen Forstdienstes. Eine Aufgabe, die ihm viel Freude bereitet hat. Doch nicht nur an Auszubildende hat Deist sein Wissen gern weitergegeben, sondern auch Kitakindern, Schülern und Erwachsenen.

Von Anfang habe die naturnahe Waldwirtschaft einen Schwerpunkt seiner Arbeit ausgemacht. Um von reinen Fichtenbeständen wegzukommen, habe man zum Beispiel junge Buchen gepflanzt.

Auch der Erhalt, die Förderung und Vermehrung der zahlreichen Biotope gehörte zu den Aufgaben des 65-Jährigen. Ebenso die Betreuung der Stadt, der Teile des Waldes gehören und der privaten Waldbesitzer. Das habe alles immer gut geklappt. Wichtig ist Deist zu betonen: „Das alles war nur im Team möglich. Alleine kann man das alles nicht bewältigen.“ Dass er stolz ist auf sein Team, das hört man. Natürlich falle ihm der Abschied nicht leicht. Er wisse sein Revier aber in den besten Händen. „Da ich mit Dirk Gronostay einen so praxiserfahrenen und engagierten Nachfolger habe, mach ich mir da keine Sorgen.“

In Zukunft will er sich mehr Zeit nehmen für die Familie: seinem Sohn beim Renovieren helfen und seine Frau, die selbst Schmuck herstellt, beim Verkauf auf Märkten unterstützen. „Das macht mir richtig Spaß.“Langweilig, da ist sich Manfred Deist sicher, wird es ihm nicht werden. So direkt wie der Weg von Manfred Deist, ist der seines Nachfolgers Dirk Gronostay nicht. Der 55-Jährige aus Hessisch Lichtenau machte nach seinem Hauptschulabschluss eine Lehre als Forstwirt. Anschließend hat er sein Fachabitur nachgeholt und Forstwirtschaft studiert.

Eine Stelle als Forstwirt habe er zunächst nicht bekommen. „Damals hat es aber dann einen Einstellungsstopp gegeben. Gronostay war nach seinem Studium deshalb als Holzeinkäufer tätig. Doch er wollte zurück in den Wald. „Für mich kam nichts anderes in Frage, als diesen Beruf zu lernen“, sagt Gronostay. Schon sein Opa sei Förster im Harz gewesen. In Hessisch Lichtenau macht er seinen Forstwirtschaftsmeister und nun beerbt er Manfred Deist als Revierförster in Landefeld.

Er freue sich auf seine neue Aufgabe, sagt Dirk Gronostay. Als einen Schwerpunkt seiner Arbeit sieht er an: „Ich will dazu beitragen, einen klimastabilen Wald aufzubauen.“

4000 von 20 000 Hektar Waldfläche im Forstamtsbezirk Melsungen sind Kahlflächen. Diese gelte es vorausschauend wiederaufzuforsten. Sei es über Naturverjüngung – das heißt über eine natürliche Aussaat oder eben durch gezielte Wiederaufforstung. Für einen klimastabilen Wald seien idealerweise mindestens fünf verschiedene Baumarten nötig. Zum Beispiel Traubeneiche oder Ahorn – Baumarten, die den klimatischen Bedingungen gewachsen sind und der anhaltenden Trockenheit.

Die Jagd spiele ebenfalls eine große Rolle bei seinen Aufgaben, sagt Dirk Gronostay. „Wir legen großen Wert darauf, dass Wildbestände und Wald im Einklang sind.“ Auch freut er sich, dass er im Revier Landefeld künftig Auszubildende betreuen wird. „Ich glaube, das liegt mir.“

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