Ohr für 330 Mitarbeiter: Anna Führer ist Personalreferentin bei B. Braun

Kommunikationszentrale: Anna Führer an ihrem Arbeitsplatz im Werk P in Melsungen. Foto: Holscher

Wir sind B. Braun, heißt unsere Serie über den größten Arbeitgeber der Region. Wir stellen einige der Mitarbeiter und ihre Arbeitsbereiche vor. Heute: Personalreferentin Anna Führer.

Anna Führer beschreibt sich selbst als Kommunikationzentrale: Das muss die 29-Jährige auch sein. Schließlich betreut sie 330 Mitarbeiter bei B. Braun.

Da klingelt dann schon mal häufiger das Telefon und im Postfach landen schnell einige Mails, die abgearbeitet werden müssen. Ganz abgesehen von Mitarbeitergesprächen und Jobinterviews mit Bewerbern, die bei dem Medizintechnikhersteller arbeiten wollen. „Man muss in dem Job gedanklich flexibel sein“, sagt Anna Führer.

Der Reiz an ihrer Arbeit: Sie kümmert sich um Mitarbeiter, die sich stark voneinander unterscheiden. „Ich habe mit allen zu tun, vom Kaufmann bis zum promovierten Biologen“, sagt die 29-Jährige.

Mit ihnen spricht sie über Perspektiven, Karriereent-wicklung und Gehaltsfragen bis zur Kommunikation mit dem Betriebsrat. „Wir sind Generalisten und kümmern uns um alles, was mit dem Personal zu tun hat.“ Und sie entscheidet gemeinsam mit dem jeweiligen Fachbereich darüber, wer eingestellt wird.

Offene Gesprächsatmosphäre

Führer zählt zu insgesamt 40 Mitarbeitern - vom Personalreferent bis zum Sachbearbeiter - die mit der Personalbetreuung befasst sind. Als Personalleiterin hat die 29-Jährige ohnehin viel mit dem Thema Bewerbung zu tun - und damit auch einige Tipps parat: Für sie sei in einem Bewerbungsgespräch vor allem wichtig, dass der Bewerber überzeugend rüberbringe, auch wirklich den Job zu wollen. Dazu zähle ein gute Vorbereitung, Fragen mitzubringen, Begeisterung zeigen und authentisch zu sein.

Im Gegensatz zu anderen Unternehmen führe B. Braun kein Assessment-Center durch, bei dem Fähigkeiten und Wissen geprüft würde. Bei ihnen komme der Bewerber zu zwei Jobinterviews. „Uns geht es um eine offene Gesprächsatmosphäre, bei der die Person nicht unter Druck gesetzt wird.“

Sie selbst kam vor zehn Jahren zu B. Braun. Was folgte war, wie sie sagt, eine nicht untypische Karriere in dem Unternehmen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Industriekauffrau und arbeitete danach im Personalwesen. Nebenbei begann sie ein Fernstudium der Betriebswirtschaftslehre an der Diploma Kassel, bei dem sie finanziell vom Unternehmen unterstützt wurde - das sei kein Einzelfall, sagt Führer.

Im Rückblick sei das eine durchaus anstrengende Zeit gewesen, bei der sie viele Wochenenden an der Uni verbrachte. „Das war schon happig“, schließlich arbeitete sie Vollzeit.

Aber es hat sich gelohnt: Seit drei Jahren arbeitet sich jetzt als Personalleiterin. „Ich möchte nichts anderes machen.“

Von Max Holscher

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