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Kostenlose mobile Bühne für den Kreisteil Melsungen

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Von: Damai Dewert

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Mobile Bühne zum Leihen: Mitglieder des Vereins Cantilenas bei einer Stellprobe auf der neuen Bühne. Der kleine Chor plant am 17. Dezember kurze Pop-up-Konzerte in verschiedenen Dörfern im Altkreis.
Mobile Bühne zum Leihen: Mitglieder des Vereins Cantilenas bei einer Stellprobe auf der neuen Bühne. Der kleine Chor plant am 17. Dezember kurze Pop-up-Konzerte in verschiedenen Dörfern im Altkreis. © Verena Reichmann

Im Kreisteil Melsungen gibt es seit Kurzem eine mobile Bühne für Vereine, Verbände und andere Interessierte kostenlos zum Leihen.

Melsungen – Nach zwei Jahren Corona-Pandemie ist bekannt, dass Veranstaltungen draußen nicht nur das Ansteckungsrisiko mindern, sondern auch einen eigenen Reiz haben. Während Bläsergruppen im Freien noch ganz gut rüberkommen, wird es für Wortkünstler, Theater-Gruppen, Diskussionsrunden und Gesang-Ensembles schon schwierig, sich verständlich zu machen.

Oft habe es Bastellösungen aus Pavillons und zusammengetragener Technik gegeben, doch praktisch sei das meistens nicht gewesen, sagt Alexander Klement, Gründer und Geschäftsführer der in Melsungen ansässigen gemeinnützigen Bildungsspender WeCanHelp GmbH.

Ein regionales Projekt umzusetzen, war da nur mit fremder Hilfe möglich. Über die Kunst- und Kulturförderung des Schwalm-Eder-Kreises landete Klement schließlich bei Marion Karmann von der Regionalentwicklungsgesellschaft Mittleres Fuldatal: „Eine kleine Pop-up-Bühne, die sich mit dem normalen Pkw bewegen lässt, müsste her“, sagt Klement.

Der Startschuss zur Umsetzung fiel Mitte Mai. Bis zum 15. Oktober musste das Projekt abgeschlossen sein. „Zu normalen Zeiten wäre das ein Kinderspiel gewesen“, sagte Klement. „Corona und der Krieg in der Ukraine warfen den Plan komplett über den Haufen und machten unser Projekt zur Zitterpartie mit Nervenkitzel.“

Zum einen seien wegen der Coronapandemie die Lieferketten noch gestört und manche Produkte schlichtweg nicht verfügbar, zum anderen sei kein Produkt mehr zu dem Preis erhältlich gewesen, zu dem es in der im Januar eingereichten Projektskizze genannt wurde.

Mit Nettoprojektkosten von etwa 20 000 Euro und einer Förderquote von 80 Prozent, drohte bei nicht fristgerechtem Abschluss ein Loch von knapp 16 000 Euro in der Kasse. „Nirgends gab es feste Lieferzusagen und Liefertermine wurden immer wieder verschoben“, berichtet Klement.

Elf Tage vor Fristende sei es dann aber endlich soweit gewesen. Der geräumige Kofferanhänger mit großer seitlicher Klappe, der als Basis der mobilen Bühne dient, war da und konnte in der Nähe von Nürnberg abgeholt werden.

In anschließenden Tag- und Nachtaktionen wurde die Technik eingebaut. LED-Streifen für farbliche Akzente und unter der Klappe, die Verlegung von Audiokabeln für die Boxen und Monitorboxen, ein digitales 24-Kanal-Mischpult, Funkmikrofone und andere Kleinigkeiten. Alles finde Platz in einem Technikschrank mit großem Rollo und müsse von außen noch mal komplett verstärkt werden, da dieser eigentlich fürs Büro und nicht den Anhängerbetrieb gedacht sei.

Mit vier zusätzlichen Bühnenpodesten, die bei Bedarf noch unter dem ausgeklappten Dach Platz fänden, lasse sich die Bühnenfläche auf etwa 20 Quadratmeter erweitern.

Für Klement sind zwei Dinge wichtig: „Wir können den gemeinnützigen Vereinen, Schulen, Kindergärten und kirchlichen Einrichtungen im Kreisteil eine technisch betriebsbereite kleine Bühne kostenfrei zur Verfügung stellen.“ Und: Die komplette Bühne wiege inklusive aller Einbauten und des optional nutzbaren Vorbaus keine 1,6 Tonnen. Sie könne somit von einem Mittelklasse-Pkw gezogen werden.

Eine Spende für die Betriebskosten sei willkommen, aber kein Muss. Bei Bedarf könne sogar noch eine Batterie mit einer Leistung von 2000 Watt und 1,8 Kilowattstunden nutzbarem Strom zur Verfügung gestellt werden.

So seien mit kleinen Einschränkungen Veranstaltungen selbst an Orten möglich, wo es keinen Strom gibt.

Auf dem Anhänger selbst seien rückseitig noch Werbeflächen von sieben Quadratmetern zu vergeben. Einen ersten Interessenten gibt es bereits, weitere seien willkommen, sagt Klement.

Ein Verleih an Privatpersonen und Firmen sei nicht vorgesehen – außer es solle damit eine Spendenaktion umgesetzt werden.

Kontakt: Alexander Klement per E-Mail unter kontakt@wecanhelp.de (Damai Dewert)

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