Melsunger Turngemeinde

Dackel statt Medizinball: MT-Sportler trainieren mit Kreativität zu Hause 

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Ideenreichtum ist gefragt, wenn die üblichen Sportpartner auf Abstand gehen müssen: Maya Kullinat trainiert Liegestütz mit ihrem Dackel Bailey.  

Ein alter oder zurzeit wenig genutzter Schulranzen ersetzt den Medizinball. Aus einer gefüllten Wasserflasche wird eine Hantel. Der Kontakt per Smartphone ermöglicht das Gruppengefühl beim Training. Laufen und Radeln sind Alternativen für die Schwimmer.

Melsungen - Die Sportler der Melsunger Turngemeinde (MT) haben während der Coronakrise viele kreative Ideen ausprobiert und so perfekt weiterentwickelt, dass alle Sparten ihren Betrieb aufrecht erhalten konnten.

„Durch die Breite der abgedeckten Sportarten sind naturgemäß die einen mehr betroffen als die anderen. Gemeinsam ist allen aber, dass sie den Widrigkeiten trotzen und unglaubliche Ideen entwickeln, das Beste aus der Situation zu machen“, sagt MT-Vorsitzender Alexander Schröder nicht ohne Stolz.

MT Melsungen: Die  Volley- und Handballer

Am schwierigsten ist das da, wo aufeinander eingestellte Mannschaften agieren. Also beispielsweise dem Volley- oder Handball. Immerhin profitieren die Handballer vom überaus professionellen Umfeld und können unter guter fachlicher Anleitung im Individualtraining ihre Fähigkeiten weiter entwickeln.

Teamtraining ist jedoch unmöglich, denn nach Beschluss des Landkreises und der Stadt Melsungen bleiben die Sporthallen bis zu den Sommerferien geschlossen. Dafür gibt es individuelle Trainingspläne.

 Schwimmer der MT Melsungen

Wassersportler aufs Festland.Das trifft laut MT auch für die Schwimmer zu, die auf Übungseinheiten anhand von Athletik-Plänen angewiesen sind. „Die Bäder sind auf nicht absehbare Zeit geschlossen, also wird eben gelaufen und Rad gefahren“, erklärt Karin Schneider trocken den Ausflug der 

MT Melsungen:  Herz- und Rehasportler

Problematisch stellt sich die Situation für den Herz- und Rehasport dar. Die Teilnehmer gehören überwiegend der Risikogruppe an. Über eine WhatsApp-Gruppe werden einfache Übungen mit Haushaltsgeräten weiter gegeben.

Die  Kampfsportler der MT Melsungen 

Ähnlich trainieren auch die Kampfsportler. Selbst erstellte Videos mit Übungen, für die beispielsweise gefüllte Wasserflaschen oder Handtücher und Kissen Verwendung finden, gehen auf digitalem Weg an die Mitglieder der Taekwon-Do-Sparte. Die Judoka greifen auf spezielle Fitness-Übungen eines Kasseler Bundesliga-Kämpfers zurück.

Die Jedermannsportler der MT Melsungen 

Schon weiter vernetzt sind die Jedermannsportler mit ihrem „virtuellen Lauftreff“. Die Rope Skipper mit Livetraining per Videokonferenz sowie die Teilnehmerinnen der Zumba-Abteilung, die sich einmal pro Woche via „Zoom“-App auf den Smartphones treffen, nutzen ebenfalls moderne Technik für das sportliche Miteinander. „Das kommt so gut an, dass wir vielleicht noch einen zweiten wöchentlichen Termin anbieten wollen“, stellt Übungsleiterin Sunita Schröder einen Ausbau der Aktivitäten in Aussicht.

MT Melsungen: Die Leichtathleten

Etwas Licht am Ende des Corona-Tunnels sehen seit den jüngst verkündeten Lockerungen die Leichtathleten. Deren Suche nach Trainingsarealen für die Technik-Disziplinen wird erleichtert, wenn die Sportplätze jetzt öffnen. Aber auch andere Sparten drängen auf die Nutzung des Waldstadions, selbstverständlich unter Einhaltung der vorgeschriebenen Auflagen. Aktivitäten sind vorerst ohnehin nur in Kleinstgruppen möglich.

Turner der MT Melsungen

 Mit am besten durch die Krisenzeit gekommen sind bisher die Turner. Während die Leistungsturner ihre Trainingspläne vom Leistungszentrum zur Verfügung gestellt bekamen, hat sich in der sehr aktiven Sparte die Rundmail im Zwei-Tages-Rhythmus bewährt. Jeweils drei Übungen, die entweder ganz ohne Hilfsmittel funktionieren oder aber mit Dingen, die in jedem Haushalt zu finden sind, werden erklärt. „Da ersetzte dann eben der gerade wenig gebrauchte Schulranzen den Medizinball“, lacht Christian Khin.

Die Radsporter der MT Melsungen

Am wenigsten beschränkt in ihrem Sport sind wohl die Radfahrer. Die saßen auch vorher schon allein auf ihrem Rad und fahren zudem fast immer mit Abstand an der frischen Luft. Anstelle der abgesagten Rennen nimmt ein Team an einer eigens geschaffenen virtuellen Wettkampfserie teil. Beim „Q-Cup“ werden die erbrachten Leistungen deutschlandweit verglichen und gelistet, berichtet Spartenleiter Dieter Vaupel.   

Von Andrea Lies 

Nachdem ein Spieler des Nationalteams positiv auf das Coronavirus getestet wurde, befinden sich nundrei Handball-Profis der MT Melsungen in häuslicher Quarantäne.

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