Mubarek Yusuf aus Somalia hat Aussicht auf eine Ausbildung zum Koch

Karotten schälen und schnippeln gehören zum Job: Mubarek Yusuf aus Somalia, Praktikant in der Küche des Hotels Haydau, mit Küchenchef Frank Schulz und Mohamad Alkhatib, der ebenfalls ein Praktikum im Betrieb macht. Foto: Thiery

Mubarek Yusuf aus Somalia schnippelt die Karotten in der Küche des Hotels Kloster Haydau und tischt dazu ein breites Lachen auf. Man sieht ihm an, dass er guter Dinge ist. Das kann an den Aussichten liegen, die er nun vor Augen hat. Der Somalie macht ein Praktikum in der Küche. Wenn alles gut geht, kann er eine Lehre zum Koch in dem Betrieb absolvieren.

„Ganz klar ist das aber noch nicht“, sagt der Geschäftsführer des Hotels, Alexander Hess. Erst müsse Yusuf so gut Deutsch sprechen, dass er problemlos in der Berufsschule mithalten könne. Deutsch im Fachunterricht der Schule zu verstehen, das sei eine Herausforderung, die er bewältigen müsse. „Das ist die Bedingung.“

Ganz so unrealistisch scheint das nicht zu sein. Aber vielleicht braucht es noch Zeit. Yusuf erzählt auf Deutsch seine Geschichte und versteht die Fragen ganz gut. Vor zweieinhalb Jahren kam der 18-Jährige nach Deutschland und holte den Hauptschulabschluss im EIBE-Programm (Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt) der Homberger Berufsschule nach.

Kontakt über Werkstätten

Eine Zeit lang war der junge Mann in den Felsberger Jugendwerkstätten beschäftigt, von wo auch die Kontakte zum Hotel kamen. Das Institut hatte im Kloster Haydau nachgefragt, ob sie ihn als Praktikanten aufnehmen. Yusuf hat nun gerade einen Monat des Praktikums hinter sich, ist begeistert von der Arbeit und will die Ausbildung gern machen. In der Küche fühlt er sich heimisch, geht locker mit den Kollegen um und scheint willkommen zu sein.

Der Umgang mit Lebensmitteln ist sein Ding. Zuvor hatte er ein Praktikum in einer Bäckerei gemacht. In der Jugendeinrichtung Stiftung Beiserhaus in Rengshausen hatte er bereits in der Küche mitgearbeitet.

Mittlerweile wohnt er in einer eigenen Wohnung in Melsungen, und die Ausbildung wäre ein weiterer Schritt, um selbstständig zu werden. „Wir geben den jungen Menschen gern einen Chance. Für uns ist das ein Beitrag zur Integration“, sagt Hess. Auch könne das Hotel durchaus davon profitieren. Personal in der Gastronomie werde gesucht.

Ob dann eine Ausbildung zustande komme, hänge aber von vielen Faktoren ab. Julia Trümpelmann, Direktionsassistentin, kümmert sich um die Formalien. Man könne eventuell das Praktikum erst einmal verlängern, bis Yusuf gut genug deutsch spreche, schlägt sie als Möglichkeit vor.

Für das nächste Ausbildungsjahr gebe es bereits einen Koch-Lehrling, der Betrieb stellt zwei pro Jahr ein.

Der zweite Praktikant, Mohamad Alkkhatib, ist erst seit ein paar Tagen im Hotel in der Küche der Poststation beschäftigt.

Er kommt aus Syrien, wuchs in Damaskus auf, half dort seinem Vater im eigenen Restaurant. Der 23-Jährige hat Arabisch studiert und lebt nun in Morschen. Er ist seit acht Monaten in Deutschland.

Zum Kontakt mit der Klosterküche kam es durch einen Frisörbesuch des Hotel-Direktors in Morschen. Beim Haareschneiden erfuhr er von dem jungen Mann und lud ihn zum Gespräch ein.

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