Awo-Altenzentrum in Melsungen integriert auch Geflüchtete in der Pflege

Mitarbeiter aus 18 Nationen arbeiten im Seniorenheim in Melsungen

Pflege-Mitarbeiter vor dem Awo-Altenzentrum in Melsungen
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Mitarbeiter aus vielen Nationen im Awo-Heim: (von links) Leitung Teresa Dylong, Yolanda de Perez Zollner, Krystyna Nowakowska, Nora Laatz, Geschäftsführer Michael Schmidt, Carolina Leon Calle, Abdullah Daadaa, Cecilia Seibt, Abdulrazak Daadaa und Fengjuan Greiner.

Multikulti im Seniorenheim – das wird es bald immer mehr geben, sagt Awo-Geschäftsführer Michael Schmidt.

Melsungen - Und dass das gut funktionieren kann, zeigt sich am Beispiel des Awo-Altenzentrums in Melsungen, bestätigt Leiterin Teresa Dylong. Im Dr. Horst-Schmidt-Haus arbeiten in der Pflege Menschen aus 18 Nationen.

Allen voran Chefin Teresa Dylong. Sie ist in Polen aufgewachsen, ihre Eltern sind Schlesier, und sie kam in den 1980er-Jahren nach Deutschland – weil sie in Polen keine Zukunft für sich sah. Die gelernte Buchhalterin sagt: „Deshalb weiß ich, wie sich unsere Mitarbeiter fühlen.“ Neues Land, neue Sprache, wenig Akzeptanz

Die 40 Mitarbeiter mit Migrationshintergrund arbeiten überwiegend als Hilfskräfte in der Pflege. Laut Awo-Geschäftsführer Michael Schmidt sei es immer schwieriger, Fachpersonal zu bekommen. „Zurzeit können wir die Quote von 50 Prozent noch halten.“

Es werden immer mehr Ungelernte eingestellt, jedoch würden diese verstärkt zu Pflegeassistenten ausgebildet. Und manche machen sogar den nächsten Schritt und lassen sich über drei Jahre lang zur Pflegefachkraft ausbilden.

Die kulturelle Vielfalt sei eine Bereicherung, für Kollegen und vor allem die Bewohner.

„Die Senioren lieben sie, weil sie eine wahnsinnige Geduld mitbringen und viel Respekt vor Senioren haben.“ Das komme bei den Bewohnern durchweg gut an. Natürlich würden sie regelmäßig geschult, etwa im Umgang mit Demenzkranken, bei der Grundpflege, der Hilfe beim Essen und dem Anziehen von Kompressionsstrümpfen.

Awo-Geschäftsführer Schmidt geht davon aus, dass in den kommenden fünf Jahren etwa 30 Prozent Assistenten in der Pflege arbeiten. Und deshalb seien die Gehälter angepasst worden („In den letzten zehn Jahren wurden die Gehälter in der Pflege um 40 Prozent erhöht“). Aktuell liege das Grundgehalt bei 2300 Euro brutto, eine Fachkraft verdiene 3000 Euro brutto als Grundgehalt.

Die Mitarbeiter kommen aus Deutschland, Vietnam, Kuba, Marokko, Indien, Bulgarien, Afghanistan, Äthiopien, Kenia, Spanien, den Philippinen, Tschechien, Iran, China, Polen, Kasachstan, Syrien und der Dominikanischen Republik. (Claudia Feser)

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