Zukunft des Melsunger Krankenhauses war Thema im Kreistag

Melsunger Asklepiosklinik könnte neuen Betreiber bekommen

Die Asklepios Klinik in Melsungen.
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Asklepioskrankenhaus in Melsungen könnte einen neuen Betreiber bekommen.

Für die Zukunft des Melsunger Krankenhauses könnte es eine neue Option geben: einen Wechsel des Betreibers. Also nicht mehr Asklepios, sondern ein neuer Träger würde künftig das Melsunger Krankenhaus führen. Dies war aus den Ausführungen des Ersten Kreisbeigeordneten und Gesundheitsdezernenten Jürgen Kaufmann während der Kreistagssitzung herauszuhören.

Melsungen – Fakt ist, es besteht ein Dissens zwischen der künftigen Ausrichtung der Klinik, wie Asklepios sie sieht und dem Angebot, das der Landkreis für den Melsunger Standort fordert. Asklepios plant mit einer Fachklinik, die auf drei Säulen ruht – einer Abteilung für Innere Medizin, einer Geriatrie und einer Psychiatrie. Ein chirurgisches Angebot soll über Belegbetten realisiert werden. Eine Zentrale Notaufnahme taucht in der Planung auch noch auf.

Der Landkreis hingegen besteht auf einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit einer chirurgischen Vollabteilung und einer Zentralen Notaufnahme mit Notfallversorgung.

Jürgen Kaufmann

Vor diesem Hintergrund hatte der Kreisausschuss im Februar den Auftrag erhalten, sowohl die Klage gegen Asklepios auf den Weg zu bringen als auch einen Betreiberwechsel zu prüfen. Dazu sagte Kaufmann, der Kreisausschuss habe diesen Auftrag erfüllt. Der Kreis bevorzuge einen Betreiberwechsel. Die Asklepios Schwalm-Eder-Kliniken GmbH betreibt die beiden Standorte in Schwalmstadt und Melsungen. Im Geschäftsjahr 2019 erzielte die Gesellschaft laut Veröffentlichung im Bundesanzeiger einen Umsatz von 70 Millionen und einen Erlös von knapp einer Million Euro. Die Patientenzahlen in Melsungen waren bis auf die Geriatrie rückläufig.

Laut Kaufmann steht Asklepios einem Betreiberwechsel offen gegenüber. Es sind daher Gespräche mit möglichen Partnern geführt worden.

Über deren Inhalt sei aber Stillschweigen vereinbart wurden. Mit Ergebnissen könne noch in diesem Jahr gerechnet werden. Ein Betriebsübergang wäre demnach noch zum 1. Januar 2022 möglich.

Asklepios-Geschäftsführerin Dr. Dagmar Federwisch bestätigt, dass es Gespräche mit dem Landkreis gibt. Über deren Inhalt sei unter den Parteien Vertraulichkeit vereinbart, daran halte sie sich selbstverständlich. Sie freue sich aber, dass mit dem Landkreis wieder auf einer konstruktiven inhaltlichen Basis über die Zukunft des Melsunger Krankenhauses geredet werde, sagt Dagmar Federwisch.

Den Bericht von Kaufmann hatte es auf Antrag der CDU-Fraktion gegeben.

Ein Antrag der des Linken-Abgeordneten Jochen Böhme-Gingolds auf Übernahme der Klinik durch den Landkreis wurde abgelehnt. So befürworteten zum Beispiel die Grünen die Idee, bemängelten aber, dass viele Fragen offen seien. So zum Beispiel die der Finanzierung und Kosten. (Damai D. Dewert)

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