Neuer Rechen für Wasserkraftwerk wird derzeit installiert

Endlich ist er da: Wolfgang Kothe von den Stadtwerken Melsungen begleitet die Arbeiten am Wehr. Im Bild hängt der neue Rechen noch am Kran. Ein hydraulischer Arm wird ihn künftig bewegen. Fotos: Dewert

Melsungen. Die Melsunger Turbine kann in den kommenden Tagen wieder Strom erzeugen und ins Netz einspeisen.

Bis Donnerstag werden die Rechen ausgetauscht, die den Dreck aus dem System halten und beiseite befördern. Die alten kettenbetriebenen sind seit Mai defekt. Mitarbeiter der Firma Ossberger und der städtischen Werke Melsungen installieren derzeit zwei neue Hydraulikarme, an diesen hängen die fünf Tonnen schweren Rechen, die regelmäßig den Dreck vom Auffanggitter in eine Rinne befördern von wo dieser in Container läuft. Etwa 50 Tonnen Müll fallen etwa jährlich an, berichtet Wolfgang Kothe, Elektriker bei den Stadtwerken Melsungen und zuständig für das Wasserkraftwerk am Fulda-Wehr. Vorsortiert landen Treibgut und Blätter auf der Grünschnittdeponie.

80.000 Euro hätten die beiden neuen Rechen gekostet, sagt Martin Dohmann, Baumamtsleiter und Technischer Betriebsleiter der Melsunger Stadtwerke. Statt der mechanischen habe man jetzt hydraulische verbaut. „Die neuen hydraulischen Rechen arbeiten leiser und sind somit angenehmer für die Anwohner“, hofft Dohmann. Wegen des monatelangen Stillstands der Turbine hat das Wasserkraftwerk in diesem Jahr nur 143.000 Kilowatt/h erzeugt. Im vergangenen Jahr waren es noch 380 000 kW/h. Der reine Erlös für die Einspeisung belief sich in diesem Jahr auf 13.000 und 2012 auf 35.000 Euro. Nach Abzug aller Kosten seien 2013 aber nur 4000 Euro Gewinn geblieben, erklärt Dohmann. Damit werde die Stadt sicher nicht reich, erzeuge aber regenerative Energie und das sei ökologisch sinnvoll.

Hintergrund

Die Turbine des Wasserkraftwerks stammt aus den 1920er-Jahren. Anfang der 90er wurde sie gerneralüberholt. In der Spitze kann sie bis zu 130 kW/h Strom erzeugen. Durchschnittlich sind es 80 bis 90 kW/h. Sie saugt das Wasser aus der Fulda an und durch den Höhenunterschied am Wehr erzeugt sie Strom. Der Durchsatz liegt bei bis 10.000 Litern Wasser in der Sekunde. Bei Hoch- und Niedrigwasser sowie bei viel Eis steht die Turbine still. Ein vierköpfiger Haushalt verbraucht jährlich etwa 4000 kW/h.

Von Damai D. Dewert

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