300.000 Euro-Projekt

Neuer Skaterplatz in Melsungen: Cooler Park für coole Jungs

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Sie finden die neue Skateanlage richtig gut: von links Jeremy Sandrock (Hess. Lichtenau), Klaus Hartmann, Pierre Zenker, Sebastian Zenker (alle Kassel), Arthur Schmidt und Sebastian Flügel (beide Melsungen).

Kaum war der Bauzaun an der neuen Skateanlage offen, rauschten die Jugendlichen über die Betonbahn, mit Skateboards, Inlinern, BMX-Rädern, Waveboards, Scootern.

Alle wollten die Bahn endlich testen, die die Stadt für 300.000 Euro direkt ans Fulda-Ufer gebaut hat. Sebastian Flügel, 20, aus Melsungen sagt: „Die Bahn hat’s in sich.“ Er muss es wissen, denn er ist seit acht Jahren Skater und durfte die Bahn mitgestalten.

Die Bahn

Five-O Grind: Skater Flügel fährt mit der hinteren Achse des Boards an der Metallstange entlang.

Entworfen und geplant wurde sie von Jan Marthiensen und seinem Team, allesamt Skater. „Es ist eine Bahn von Skatern für Skater“, sagt Flügel, „das ist viel besser, als wenn sie von einer Baufirma gebaut wird, die keine Ahnung hat“. Die Bahn besteht aus zwei Teilen: einem Flowpark, der wie eine Schüssel aussieht, und dem Streetbereich, also einer Fläche mit Hindernissen.

Speziell der Flowpark hat’s in sich, sagt Flügel. Dort gibt es Vulkane, Quaters (Rampen) und Verts (Steilwände), bei denen die Skater ihr Können testen können. Und der Streetpark „ist zum Üben perfekt“, mit verschiedenen Curbs (Bänken) und einer Bang, also einer Ebene, über die die Fahrer zwischen Flowpark und Streetbereich wechseln können.

Die Vorteile

Zwei Tre-Flips und ein Smith-Grind: Sebastian Flügel zeigt zwei Tre-flips, bei denen das Board um 360 Grad um die Längsachse dreht (links und Mitte). Rechts zeigt er einen Smith-Grind: Das Board rutscht über die mittlere Achse, und die Nase zeigt nach unten.

Das Flutlicht ist absolut top. Skater Flügel kennt außer Marburg keine Bahn in der Umgebung, die eine Flutlichtanlage hat. Außerdem ist die Lage perfekt, weil die Anlage durch die Haltestelle Bartenwetzerbrücke auch für Auswärtige gut zu erreichen ist. Flügel, der die Kasseler Skaterszene gut kennt, sagt: „Die haben richtig Bock, hier zu skaten.“ Und: Durch die Fußgänger und Radfahrer am Fulda-Ufer haben die Skater auch Zuschauer („Vielleicht spornt das manche an, selbst mal Skateboard zu fahren“).

Die Nachteile

Was fehlt, sind Handgeländer auf dem Boden, die die Skater Rails nennen. Daran können sie entlangfahren. Flügel vermisst auch Treppen zum Drüberspringen. „Aber man hat nirgends einen perfekten Skatepark.“

Die Gefahren

Skaten ist ein gefährlicher Sport, sagt Flügel. Er hatte schon sehr viele Stürze, aber meistens Glück. Nur einmal hat er sich den Fuß verstaucht. „Aber ich weiß auch, was ich kann und was ich mir zutraue.“

Deshalb sein Tipp: Helm auf, erst recht bei Kindern. Denn immer wieder sieht er Kinder mit BMX-Rädern, Boards und Scootern, die ohne Helm über die Bahn rasen. Einen Rettungseinsatz hat er schon auf der Bahn erlebt: Ein Jugendlicher war gestürzt und auf den Hinterkopf geknallt. Die Bahn ist aus Beton. Damit ist sie zwar nicht so rutschig wie eine Holzbahn, „aber Stürze auf Beton tun richtig weh“, sagt Flügel. Brenzlig kann es werden, wenn viel los auf der Bahn ist, da sich die Fahrer dann in der Schüssel in die Quere kommen können. Augenkontakt und Zurufe sind da wichtig. Erst recht, wenn Kinder auf der Bahn unterwegs sind, müssen die Fahrer aufmerksam sein.

Der Wunsch

Es fehlen Mülleimer. Aktuell steht nur einer neben der Anlage, und das ist zu wenig, findet Sebastian Flügel.

Aktuell brennt das Flutlicht an der Anlage täglich bis 22 Uhr. Sein Wunsch fürs Wochenende: „Bis 23 Uhr wäre cool.“

Das Urteil

„Das Durch-den-Park-Flowen macht schon ziemlich Spaß“, sagt Skater Flügel, „und es wird nie langweilig, weil man hier ganz viel ausprobieren kann.“

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