Nur dank Bundesnetzagentur wieder am Netz

Mehrere Wochen offline: Paar aus Niedervorschütz hat Probleme beim Anbieterwechsel

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Ist wieder am Netz: Marcus Haack aus Niedervorschütz ist froh, dass er endlich wieder das Internet nutzen kann.

Niedervorschütz. Mehrere Wochen musste ein Paar aus Niedervorschütz ohne Internet auskommen. Dank der Bundesnetzagentur sind sie nun wieder online.

Über drei Wochen konnten Heidrun Rösler und Marcus Haack aus Niedervorschütz nicht telefonieren und im Internet surfen. Mithilfe der Bundesnetzagentur haben die beiden nun endlich wieder einen Anschluss. „Die Bundesnetzagentur hat in drei Tagen das möglich gemacht, was die Netcom in drei Wochen nicht geschafft hat“, sagt Marcus Haack.

Wie berichtet, verlief der Anbieterwechsel von der Deutschen Telekom zur Netcom Kassel alles andere als reibungslos. „Jeder macht mal Fehler, aber ich bin über die schlechte, interne Kommunikation von Netcom sauer. Keiner weiß etwas von dem anderen“, sagt Marcus Haack.

Der 37-Jährige hatte für die Übergangszeit – zwischen Vertragsende Telekom bis Vertragsanfang Netcom – von März bis Anfang Juli einen monatlich kündbaren Vertrag bei Congstar beantragt.

Ab 2. Juli sollten Haack und Rösler laut Vertragsabschluss über die Netcom surfen und telefonieren – doch nicht einmal der Router war zu diesem Zeitpunkt da. „Ohne eigene Nachfrage bei der Netcom hätte uns niemand mitgeteilt, dass der Schalttermin erst für den 20. Juli angesetzt war“, sagt Haack. Der Vertrag bei Congstar lief allerdings nur bis 2. Juli. 

Durch das Einschalten der Bundesnetzagentur hat das Paar seit dem 24. Juli endlich einen Internet- und einen Telefonanschluss bei der Netcom. Bei seinen Recherchen stieß Haack nämlich auf die Information, dass nach dem Telekommunikationsgesetz bei einer Umschaltung auf einen neuen Anbieter zwar eine Versorgungsunterbrechung auftreten darf, sie darf jedoch nicht länger als einen Kalendertag andauern.

Mit dem Problem des Anbieterwechsels steht das Paar nicht alleine da. Laut Haack sind einige Nachbarn als auch Arbeitskollegen betroffen. „Ich kann ihnen nur raten, die Bundesnetzagentur einzuschalten, die kümmern sich um den Fall.“

Mittlerweile hat der 37-Jährige sogar einen Anwalt eingeschaltet, da die von Netcom angekündigte Entschädigung (drei Monate Grundgebührbefreiung) nicht bestätigt wurde. „Uns wurde sogar für Juli der ganze Monat berechnet, obwohl wir das Internet erst ab 24. Juli nutzen konnten“, sagt Marcus Haack. Auf ein Schreiben von seinem Anwalt habe Netcom Kassel noch nicht reagiert.

Hintergrund: Neues Telekommunikationsgesetz

Seit Mai 2012 ist das neue Telekommunikationsgesetz (TKG) in Kraft. Darin wurden die Rechte des Verbrauchers beim Anbieterwechsel neu in Paragraf 46 geregelt: Beim Anbieterwechsel muss der bisherige Anbieter den Verbraucher solange weiterversorgen, bis alle vertraglichen und technischen Details für den Wechsel zum neuen Anbieter geklärt sind. 

Am Tag der Umschaltung auf den neuen Anbieter kann es zur Versorgungsunterbrechung kommen, diese darf jedoch nicht länger als einen Kalendertag andauern, heißt es dort. Gelingt die Umschaltung nicht und der Verbraucher ist länger als einen Tag ohne Telekommunikationsversorgung, ist zunächst der bisherige Anbieter zur Weiterversorgung verpflichtet. Informationen unter www.bundesnetzagentur.de.

Das sagt Netcom

Nach Angaben von Jutta Schill, Pressesprecherin von Netcom Kassel, sei der Anbieterwechsel grundsätzlich richtig gelaufen. „Der Breitbandausbau hat über den Winter hinweg länger gedauert, sodass die geplante Schaltung in Niedervorschütz für April leider nicht möglich war. Allerdings haben wir unsere Kunden darüber informiert“, sagt Jutta Schill. Der Termin für die Schaltung in einem Gebiet wird der Netcom Kassel von dem jeweils zuständigen Bauunternehmen mitgeteilt, das für den Ausbau verantwortlich ist. 

„Wir können den Kunden am Anfang nur einen groben Termin nennen, ob dieser eingehalten wird, liegt nicht in unserer Hand“, sagt sie. Laut Netcom Kassel wurde der Schalttermin für den 20. Juli in einer Auftragsbestätigung, die Mitte April an das Paar versendet wurde, mitgeteilt. „Dass der Termin aufgrund der verspäteten Lieferung des Routers nicht eingehalten wurde, ist natürlich unglücklich“, sagt Schill. Wegen der Unannehmlichkeiten erhalten Marcus Haack und Heidrun Rösler eine dreimonatige Grundbetragbefreiung.

Von Yasmin Höse

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