Modellregion

Vorerst kein 5G im Landkreis: Nordhessen scheitert mit Bewerbung – Kein Geld vom Bund 

Das Symbolfoto zeigt Glasfasern.
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Das Symbolfoto zeigt Glasfasern.

Der Schwalm-Eder-Kreis wird nicht Teil der 5G-Modellregion. Auch weitere projektbezogene Förderungen erhält die Region nicht.

Der Schwalm-Eder-Kreis wird nicht Teil der 5G-Modellregion. Das teilt Michael Koch mit. Er ist Landrat im Kreis Hersfeld-Rotenburg und Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Breitband Nordhessen GmbH. Die fünf nordhessischen Landkreise hatten sich gemeinsam um die Teilnahme beworben, das Bundesverkehrsministerium (BMVI) aber andere Kandidaten ausgewählt.

Mehr als 40 Millionen Euro fließen in die Modellregionen. Darüber hinaus fördert das BMVI 50 weitere Projekte mit bis zu 100.000 Euro – ausgewählte sollen umgesetzt werden.

Nordhessen erhält auch keine projektbezogenen Förderungen

Nordhessen hatte sich auch um eine solche projektbezogene Förderung bemüht, ging aber auch dabei leer aus. Mit der Auswahl zur Modellregion hätte sich die Region über eine Förderung von 5G-Projekten freuen können.

Die Modellregionen sind Hamburg, Aachen, Kaiserslautern sowie in der Lausitz, rund um Braunschweig und Wolfsburg und in der nordbayerischen Region Amberg-Weiden.

Jürgen Kaufmann, Vize-Landrat, ärgert die Entscheidung: „Wir liegen zentral in Deutschland und haben als Region mit dem Breitbandausbau gerade ein innovatives Großprojekt realisiert.“ Einen sinnvollen Beitrag hätte ein ausgebautes 5G-Netz bei der medizinischen Versorgung leisten können. Stichwort Telemedizin: In der Fläche und für mobilitätseingeschränkte Patienten könnten Arztpraxen Online-Sprechstunden anbieten.

Mobilfunk als wichtiger Standortfaktor

Vor dem 5G-Ausbau wäre ein flächendeckendes Mobilfunknetz oder 4G wünschenswert, sagt Frielendorfs Büroleiter Michael Bühn. Das fordert auch Peter Tigges, Spangenbergs Bürgermeister. Mobilfunk sei ein wichtiger Standortfaktor. In manchen Stadtteilen Spangenbergs freue man sich schon über ein Freizeichen auf dem Handy. Glücklicherweise liege jetzt überall Glasfaser, aber eine Digitalisierung ohne gutes Mobilfunknetz sei nicht vorstellbar.

Die Breitband Nordhessen GmbH (BNG) entwickele derzeit ein Konzept, alle Schulen in Nordhessen ans Glasfasernetz anzuschließen, sagt Kathrin Laurier, Geschäftsführerin der BNG.

Inhaltlich sei man daher mit Projekten aus dem Bereich Bildung in die Bewerbung zur Modellregion gegangen. Den Ausbau von 5G und Glasfaser müsse man parallel denken, da ohne ein ausgebautes Glasfasernetz die mobilen Daten aus dem 5G-Netz ohnehin nicht abgeholt werden könnten.

Unternehmen und das 5G-Netz

So ist die Situation für Unternehmen am Beispiel Abicon in Gilserberg-Moischeid: „In einem modernen Arbeitsumfeld werden cloudbasierte Technologien immer wichtiger“, sagt Christina Eisenach vom Projektentwickler für erneuerbare Energien. 

Da gebe es erhebliche Nachteile am Standort, „ mit der momentanen Netzanbindung ist es, für uns nicht möglich in Echtzeit via Internet kommunizieren zu können.“ Das 5G-Netz wäre ein technologischer Sprung nach vorne.

Von Damai Dewert und Anne Quehl

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