Altes Gebäude ist nicht mehr zeitgemäß

Obermelsungen: Ortsbeirat will neues Dorfgemeinschaftshaus

Das DGH ist nicht mehr zeitgemäß: Der Ortsbeirat plädiert für einen DGH-Neubau auf der anderen Straßenseite. Im Bild ist Ortsvorsteher Peter Lindner vor dem Dorfgemeinschaftshaus.
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Das DGH ist nicht mehr zeitgemäß: Der Ortsbeirat plädiert für einen DGH-Neubau auf der anderen Straßenseite. Im Bild ist Ortsvorsteher Peter Lindner vor dem Dorfgemeinschaftshaus.

Viele Obermelsunger wünschen sich ein neues Dorfgemeinschaftshaus - das ist nur eines der Themen, das die Menschen im Ort beschäftigt.

Obermelsungen – Eigentlich wollte Peter Lindner als Ortsvorsteher von Obermelsungen längst aufgehört haben. Aber er hat noch ein großes Ziel: ein neues DGH fürs Dorf. Das will er unbedingt noch auf den Weg bringen. Deshalb ist er doch wieder angetreten – und wurde nach der Kommunalwahl im März zum vierten Mal als Ortsvorsteher wiedergewählt.

Dabei ist Lindner „ein waschechter Bartenwetzer“, wie er sagt. 1984 kam er der Liebe wegen in den Melsunger Stadtteil, dessen Bewohner früher „die Käsefüße“ genannt wurden. „Aber das wissen heute nur noch die ganz Alten“, sagt Lindner. Denn vor vielen, vielen Jahren verkauften die Obermelsunger Käsefüße in Melsungen – das waren mit Käse belegte Gebäckstücke, die zu Fuß nach Melsungen gebracht wurden.

Nähe zu Melsungen
Die Nähe zu Melsungen hat Vor- und Nachteile. Vorteil: Die rund 700 Obermelsunger sind schnell in der Stadt, beim Einkaufen, am Bahnhof, beim Arzt, in der Schule. Nachteil: Manche nutzen Obermelsungen lediglich als Schlafort, insbesondere Teile des Oberen Weinbergs, berichtet Ortsvorsteher Lindner. Das habe zur Folge, dass bei Feiern und Veranstaltungen oft nur dieselben aktiv seien. Aber es gebe auch Ausnahmen. Obermelsungen ist beliebt: TSV und Feuerwehr machten eine gute Jugendarbeit, außerdem sei das DGH bis 2015 Spitzenreiter bei der Vermietung gewesen, an manchen Wochenenden seien die Räumlichkeiten zwei Mal vermietet gewesen.

Neues DGH
Trotzdem ist es nicht mehr zeitgemäß, es gibt noch nicht mal einen Lagerraum für Tische und Stühle, eine Außenwand ist feucht, es gibt Schimmelbildung, und die Räume des TSV, insbesondere die Umkleiden, sind kein Aushängeschild.

Ein neues DGH soll näher an die Fulda rücken: Der Ortsbeirat wünscht, dass es einen Neubau auf der anderen Straßenseite gibt, dort, wo der TSV sein Vereinsheim hat. Und der Plan von TSV und Ortsbeirat sieht vor, dass der TSV das Untergeschoss erhält, und das DGH ins Obergeschoss zieht. Mittlerweile gibt es auch Wünsche von der Feuerwehr, die ebenfalls gerne in den Neubau mit einziehen würde, denn ihr Feuerwehrgerätehaus wird perspektivisch zu klein. Ortsvorsteher Lindner hofft, dass sich alle, also Ortsbeirat, Feuerwehr, TSV, Bauamt und Bürgermeister, demnächst an einen Tisch setzen und über die Möglichkeiten beraten, „und alle mit Fingerspitzengefühl an einem Strang ziehen.“ Linder hofft, dass die Bauarbeiten 2022 beginnen können, es gebe bereits Baurecht, und Geld stehe für das Projekt 2021 und 2022 im Haushalt bereit.

Aufgrund eines Umweltgutachtens darf der Neubau nur eine Fläche von 270 Quadratmetern haben. Das DGH verliere damit etwa 70 Quadratmeter, der TSV verkleinere sich „enorm“. Aber durch eine bessere Raumaufteilung könne man einiges gewinnen. Die von zwei Seiten nutzbare Theke in Günsterode sei da ein gutes Vorbild, so Lindner.

Hätten denn Feuerwehr, DGH und TSV überhaupt Platz in einem Haus? „Mit einem Gebäude kommen wir nicht hin“, sagt der Ortsvorsteher, denn die Feuerwehr benötige für ihre Fahrzeuge und Räumlichkeiten 200 Quadratmeter.

Neuer Platz für Urnen
Eng wird es bald auch an der Urnenwand auf dem neuen Friedhof. Das ist das nächste größere Projekt für den Obermelsunger Ortsbeirat. Die Urnenwand gibt es seit dem Jahr 2008, damals war Obermelsungen der erste Stadtteil, der eine solche Urnenwand hatte. 32 der 40 Plätze sind zurzeit belegt. Deshalb muss sich der Ortsbeirat überlegen, wie Urnengräber in Obermelsungen künftig aussehen werden.

Lindner hat bereits einige Alternativen in Augenschein genommen, unter anderem die Urnenstele in Schwarzenberg. Auch der Standort ist noch unklar: Die jetzige Wand ist durch die vielen Bäume rundherum stark vermoost. Denkbar wäre ein Platz gegenüber der Kapelle, wo jetzt ein Lorbeerstrauch steht. (Claudia Feser)

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