Konferenz zur Bescherung

Weihnachten im Coronajahr: Bei Familie Leise aus Obermelsungen sind die Großeltern per Internet zu Besuch

Sie bleiben Weihnachten unter sich: Anna und Thomas Leise mit ihren Töchtern Karla, Pia und Charlotte vor ihrem Weihnachtsbaum.
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Sie bleiben Weihnachten unter sich: Anna und Thomas Leise mit ihren Töchtern Karla, Pia und Charlotte vor ihrem Weihnachtsbaum.

Weihnachten wird in diesem Jahr anders als sonst. Wegen der Coronapandemie sind große Familienfeiern verboten. Auch Familie Leise aus Obermelsungen bleibt im kleinsten Kreis. Plant aber etwas Besonderes.

Obermelsungen – Weihnachten ist bei vielen das Fest, an dem die ganze Familie zusammenkommt – doch Corona verändert das Fest. Auch Familie Leise aus Obermelsungen, über die wir bereits im ersten Lockdown im Frühjahr berichtet haben, bricht in diesem Jahr mit einer Tradition. Normalerweise kommen an Heiligabend immer Oma und Opa zu Besuch, sagt Mutter Anna Leise. „Mal meine Eltern, mal die meines Mannes.“ Mit dem jeweils anderen Teil der Familie folgten die Treffen dann an den Weihnachtsfeiertagen.

Doch in diesem Jahr bleiben die Leises mit ihren drei Töchtern Pia (8), Charlotte (6) und Karla (5) für sich. Und das, obwohl der Besuch der Großeltern eigentlich erlaubt wäre.

„Wir haben uns dagegen entschieden“, sagt Anna Leise. Ausschlaggebend sei der Appell von Angela Merkel gewesen, diese Weihnachten auf den Besuch von Oma und Opa zu verzichten – denn, wie Merkel sagte: Kommt es zu einer Coronainfektion, könnte dies das letzte Weihnachtsfest für die Großeltern sein.

„Das Statement von Frau Merkel hat uns wirklich noch einmal wachgerüttelt“, sagt Anna Leise. Auch ihre Mutter habe ihr am Telefon gesagt, dass sie beim Gedanken an ein gemeinsames Weihnachtsfest Bauchschmerzen habe. „Und so haben wir gemeinsam entschieden, uns nicht zu treffen. Die Vernunft hat gesiegt.“

Ursprünglich hatten die Leises etwas Besonderes für diese Weihnachten geplant. Sie wollten die Festtage an der Ostsee verbringen. Ein Ferienhaus direkt an der Promenade mit Whirlpool und Sauna wollten sie mit Oma und Opa mütterlicherseits beziehen. Denn das Beherbergungsverbot sollte am 20. Dezember auslaufen. So zumindest der Plan vor dem kompletten Lockdown. Touristische Reisen etwa nach Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern sind nicht erlaubt. „Also haben wir das Haus wieder storniert“, sagt die Mutter. Und dabei hätten sie sich extra wegen der Pandemie für ein Ferienhaus entschieden, damit sie nur unter sich seien. „Wir hatten ja immer noch die Hoffnung, dass es klappt.“

Die drei Töchter würden sich trotzdem auf Weihnachten freuen, auch wenn die Familie diesmal ganz unter sich bleibt, sagt die Anna Leise. Wobei ganz unter sich bleiben sie doch nicht.

Damit Oma und Opa wenigstens aus der Distanz die Bescherung mitverfolgen können, planen Thomas und Anna Leise eine Videokonferenz für heute Abend. Zwar ist dies nur eine coronageschuldete Alternative zum richtigen Besuch, „aber so können sie wenigstens live mitverfolgen, wenn die Kinder die Geschenke auspacken. Und wir sind technisch und visuell mit ihnen verbunden“, sagt Anna Leise.

Weil der Besuch von Oma und Opa nun tatsächlich schon sehr lange her sei, nämlich im Sommer, versuchen die Leises sich nun mit der Schulschließung in eine kleine Selbstquarantäne zu begeben. Um dann, nach Ablauf von zwei Wochen vielleicht doch mal ein Treffen mit Oma und Opa zu realisieren – und das wird sicher auch nach Weihnachten ein Fest. (Carolin Hartung)

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