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Orkantief „Zeynep“ richtet in der Region Melsungen viele Sturmschäden an

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Von: Helmut Wenderoth

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In Hessen kommt es durch Sturm Zeynep zu massiven Beeinträchtigungen im Verkehr.
In Hessen kommt es durch Sturm Zeynep zu massiven Beeinträchtigungen im Verkehr. © Helmut Wenderoth

In der Region Melsungen kommt es wegen Sturmtief „Zeynep“ zu gesperrten Straßen, umgestürzten Bäumen, abgedeckten Dächern und vielem mehr.

Melsungen – Nachdem schon in der Nacht zum Donnerstag (17.02.2022) das Orkantief „Ylenia“ über die Region gezogen war und zahlreiche Bäume entwurzelt und umgeworfen hatte, fegte am Freitagabend und in der Nacht zum Samstag mit „Zeynep“ ein neuer Orkan über Hessen – mit Windgeschwindigkeiten von über 100 Kilometern in der Stunde. Feuerwehren waren in allen Städten und Gemeinden waren mit der Beseitigung der Schäden beschäftigt.

Stadtteil Günsterode wegen Sturm „Zeynep“ stundenlang nicht zu erreichen

Besonders traf es wieder die Zufahrt nach Günsterode. War am Donnerstag die Straße aus Richtung Kirchhof noch frei, und nur die Strecke aus Richtung Hessisch Lichtenau durch umgestürzte Bäume versperrt, so fielen am Freitagabend mehrere Buchen und Fichten auf die Straße zwischen Melsungen und Günsterode. Teilweise hatten sich die Bäume ineinander verkeilt, sodass die Beseitigung sehr schwierig und auch gefährlich war. Zwischenzeitlich waren auch auf der Strecke von Lichtenau her wieder Bäume umgestürzt. Folglich gab es keinen Zugang mehr zu dem Melsunger Stadtteil. Dadurch war auch der Umweg über Spangenberg und Lichtenau nicht möglich. Das bedeutete aber auch, dass keine Rettungsfahrzeuge und Krankenwagen nach Günsterode kommen konnten. Zahlreiche Einwohner, die größtenteils auf dem Heimweg von der Arbeit waren, kamen auch nicht weiter. Sie standen auf dem Randstreifen und mussten bis 21.30 Uhr warten, bis die Feuerwehren aus Günsterode, der Melsunger Kernstadt und Kirchhof unter Einsatz mehrerer Kettensägen zumindest eine Fahrspur wieder freigeräumt hatten. Erst dann war der 320 Einwohner zählende Stadtteil wieder zu erreichen.

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Bundesstraße muss wegen Sturm „Zeynep“ gesperrt werden

Auch die Bundesstraße 487 zwischen Melsungen-Adelshausen und Spangenberg-Mörshausen musste vorsichtshalber bis zum Samstag gesperrt werden. Hier waren vom Dach eines Gebäudes, in dem bis in die siebziger Jahre ein Möbelhaus untergebracht war, und das direkt neben der Bundesstraße steht, Faserzement-Wellplatten, die als Dacheindeckung dienen, auf die Bundesstraße geflogen. Es bestand die Gefahr, dass Plattenteile auf vorbeifahrende Verkehrsteilnehmer, stürzen würden.

Guxhagens Gemeindebrandinspektor Markus Brandenstein berichtete von mehreren umgestürzten Bäumen, die von der Feuerwehr beseitigt wurden. Kritisch war es für einen Autofahrer, der zwischen Guxhagen-Wollrode und Söhrewald-Wattenbach unterwegs war. Er wurde zwischen zwei umgestürzten Bäumen eingeschlossen. Konnte aber von den Feuerwehrleuten unverletzt befreit werden.

Sturm „Zeynep“ hält Feuerwehren in Spangenberg über Nacht in Atem

Wie Spangenberg Stadtbrandinspektor Christian Pfaffenbach sagte, waren die Wehren fast die gesamte Nacht zum Samstag und auch am frühen Samstagmorgen noch im Einsatz. Zahlreiche Bäume, vor allem auf der Beieröde und auf der Stölzinger Höhe bei Herlefeld, waren umgefallen und versperrten Straßen. Teilweise mussten, nach Rücksprache mit Polizei und Hessen Mobil, Vollsperrungen erfolgen.

Verhältnismäßig ruhig war es in Malsfeld. Gemeindebrandinspektor Oliver Garde war mit seinen Leuten zu einem umgestürzten Baum und zu einem größeren Ast, der von einem Baum auf ein Wohnhaus zu stürzten drohte, unterwegs.

Auch die Morschener Feuerwehren brauchten, wie Gemeindebrandinspektor Thomas Deist sagte, nur zu zwei umgestürzten Bäumen die schnell beseitigt waren, auszurücken.

Sturm „Zeynep“: Auch am Samstag noch Meldungen über umgestürzte Bäume in Melsungen

Jens Schenkluhn, Gemeindebrandinspektor in Körle, berichtete von einem umgestürzten Baum, der den Abzweig der Straße von der B 83 nach Empfershausen versperrte. Dieses Hindernis war schnell von den Feuerwehrleuten beseitigt. Weitere Schäden durch den Sturm waren ihm aus seiner Heimatgemeinde nicht bekannt.

Die Felsberger Feuerwehren waren zu insgesamt fünf Einsätzen alarmiert worden. Stadtbrandinspektor Klaus Siemon, sagte, dass die ersten Einsätze bereits am Freitagnachmittag losgingen. Da war ein umgestürzter Baum am Autobahnzubringer gemeldet worden. Die Feuerwehrleute sicherten auch ein Dach, das in Gensungen von einer Gartenlaube weggeflogen war. Auf der Bundesstraße 253 in Richtung Rhünda, der Straße zwischen Altenbrunslar und Mittelhof, am Bahnviadukt und auf der Straße zwischen Rhünda und Helmshausen mussten die Feuerwehrleute Kettensägen einsetzen, um die Hindernisse zu beseitigen und die Straßen wieder für die Verkehrsteilnehmer befahrbar zu machen.

Melsungens stellvertretender Stadtbandinspektor Ansgar Knott hatte mit den Melsunger Feuerwehrleuten eine ganze Anzahl Einsatzstellen abzuarbeiten. Neben den Einsätzen auf der Straße bei Günsterode und der Absicherung der Bundesstraße bei Adelshausen waren die Melsunger Feuerwehrleute an insgesamt 18 Einsatzstellen gefordert. Immer wieder galt es, bereits umgestürzte Bäume, oder Bäume, die schief hingen und noch umzustürzen drohten, zu beseitigen und zu sichern. Bis gegen 23 Uhr hatten die Melsunger eine Einsatzbereitschaft im Stützpunkt eingerichtet. Aber auch danach noch, bis zum Samstagvormittag, gingen immer wieder Hilfeersuchen oder Meldungen über umgestürzte Bäume bei der Melsunger Feuerwehr ein. (zot)

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