Elf Pakistani lernen mit Sprachpaten Deutsch

Neue Heimat Günsterode: Im Dorfgemeinschaftshaus lernen die Pakistani die deutsche Sprache. Foto: Gewert

Günsterode. Elf Pakistani kamen Anfang Januar über Nacht nach Günsterode. Viele Einwohner waren überrascht. Inzwischen stehen sie mit den Neuankömmlingen auf gutem Fuß.

Die Nachricht von der Ankunft der Pakistani verbreitete sich wie ein Lauffeuer im Dorf, sagt Stefanie Ullrich-Heinemann. Sie ist eine von zwölf Sprachpaten. Denn nur wenige Pakistani sprechen Englisch und keiner Deutsch. „Die Sprache ist das Schwierigste“, sagt Bauingenieur Hassan Ali auf Englisch. Er und die anderen haben in der Hoffnung auf ein besseres Leben ihre Heimat verlassen.

Ein wichtiges Ereignis war ein Kennenlernabend Mitte Januar: Mit Hilfe einer Dolmetscherin stellten sich die Pakistani rund 90 Einwohner vor. Vom Fensterbauer über den Taxifahrer bis zum Landwirt oder Bauingenieur haben sie alle einen Beruf erlernt. Ihr Ziel: Sie wollen arbeiten.

Dafür lernen sie fleißig Deutsch. Dreimal die Woche gehen sie zum Unterricht, üben die Alltagssprache und die lateinische Schrift. Die Helfer aus Günsterode sind fast alle berufstätig und finden meist erst nachmittags Zeit. Zwar ist die Kommunikation zwischen den Sprachen nicht leicht, aber irgendwie funktioniert es.

„Wir verständigten uns zunächst mit Händen und Füßen“, sagt Ullrich-Heinemann. Und sobald jemand Hilfe im Alltag brauche, können die elf Pakistani sich an die Sprachpaten wenden. Die Integration im Dorf funktioniert so gut, dass mittlerweile Freundschaften entstanden sind. So treffen sich alle regelmäßig im Gemeinschaftshaus, wo eine große Tafel steht. Darauf zu lesen ist lateinische Schrift. Es sind einfache Worte. Alltagssprache. Das ist nach wie vor schwierig, aber sie haben schon große Fortschritte gemacht, meint Sprachpatin Rita Möller. Anfangs brauchten sie noch Hilfe beim Busfahren und bei Arztbesuchen.

Die Kinder der ehrenamtlichen Helfer mögen die neuen Dorfbewohner und suchen den Kontakt. Die jungen Männer spielen auch gerne Fußball. Hand in Hand planen alle gemeinsam weitere Aktionen: vom Kochen bis zum Wandern. Dadurch kommen sich Einwohner und Neuankömmlinge schnell näher.

Nationalsport Cricket 

Gemeinsam sehen sie Cricket-Spiele, die Nationalsportart in Pakistan. Die Helfer haben schon viel über die pakistanische Kultur und Küche kennen gelernt. „Neulich aßen wir Milchreis mit einem bestimmten Puder, einem orientalischen Touch“, sagt Sprachpatin Claudia Kühlborn. „Oder Möhren mit Zucker und Milch, Rosinen und Nüssen“, sagt Katrin Munack.

Außerdem sind die elf jungen Männer sehr gastfreundlich, berichten die Günsteröder. Wenn jemand Sachen in einem Korb bringt, werde der Korb nie leer zurückgeben. Die Sprachpaten sind froh, den Austausch vorwärts zu bringen. Sie zeigen, wie Integration funktionieren kann und Kulturen einander verstehen lernen.

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