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Pappkartons bleiben liegen: Melsungerin ärgert sich über Papiermüll-Entsorgung

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Von: Claudia Feser

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Kartons wurden nicht abgeholt: Elke Schimmelpfennig aus Melsungen ärgert sich über die Kartons, die die Müllabfuhr nicht mitgenommen hat.
Kartons wurden nicht abgeholt: Elke Schimmelpfennig aus Melsungen ärgert sich über die Kartons, die die Müllabfuhr nicht mitgenommen hat. © Claudia Feser

In dieser Woche standen in Melsungen die blauen Tonnen an den Straßen. Sie wurden geleert – aber danebenstehende Kartons wurden nicht mitgenommen.

Melsungen – So zum Beispiel bei Elke Schimmelpfennig aus Melsungen. Sie wohnt am Galgenberg und hatte drei große Kartons neben die blaue Tonne an den Straßenrand gestellt, teilweise waren sie mit klein gefalteten Kartonagen gefüllt. Mitgenommen wurden sie vom Müllauto jedoch nicht. Wie ihr ging es vielen Nachbarn.

Elke Schimmelpfennig erkundigte sich daraufhin bei der Stadt Melsungen und bekam den Hinweis, die Kartons selbst zum Recyclinghof nach Wabern zu bringen.

„Aber ich fahre doch nicht 32 Kilometer nach Wabern, um drei Kartons abzuliefern“, sagt Elke Schimmelpfennig. Das stehe doch im Widerspruch zum Umweltgedanken. Natürlich seien Kartons Wertstoffe, die recycelt werden müssten. Aber wenn jetzt jeder mit seinen Kartons nach Wabern fahre, dann sei das nicht im Sinne der Umwelt, erst recht bei den aktuell hohen Spritpreisen.

Kartons bleiben stehen: Problem bekannt

Und was sagt der Zweckverband Abfallwirtschaft Schwalm-Eder-Kreis zum Thema, der die Müllentsorgung im Landkreis organisiert? Das Problem sei bekannt, teilte Friedhelm Holzapfel, der stellvertretende Geschäftsführer, auf HNA-Anfrage mit.

Bei der Vorstandssitzung Anfang der Woche, an der auch die Bürgermeister im Schwalm-Eder-Kreis teilgenommen hätten, sei es thematisiert worden. Auch beispielsweise in Schwalmstadt gebe es Probleme mit nicht abgeholten Kartons.

Vorerst werde der Abhol-Rhythmus nicht verändert, also nicht von vier auf zwei Wochen umgestellt werden. Das würde außerdem Auswirkungen auf die Müllgebühren haben.

Viel Pappe: Pandemiebedingte Online-Käufe machen Müll

Stattdessen wolle man erst mal abwarten, wie sich die Situation entwickele. Im Moment seien viele Pappen und Kartonagen da, weil viele Einkäufe pandemiebedingt im Internet getätigt würden. Möglicherweise werde sich dieser Trend nach Ende der Pandemie zurückdrehen.

Für die Abholung des Papiermülls ist die Firma RMG aus Eltville zuständig. Laut Vertrag müssen die Mitarbeiter sogenannte Beistellmengen, also Kartons, die neben den Tonnen liegen, „gelegentlich“ mitnehmen, wenn ihr Volumen der halben Papiertonne entspricht. Dabei gilt Augenmaß. Eine Papiertonne fasst 240 Liter. Das gelegentliche Mitnehmen der Beistellmengen werde nicht zusätzlich vergütet. (Claudia Feser)

Die Tipps des Zweckverband Abfallwirtschaft:

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