Keine kurzfristige Lösung in Sicht

Parkplatzmangel in der Melsunger Innenstadt: Anwohner sind sauer

Für die Anwohner: Der Parkplatz am Sand ist in zwei Zonen aufgeteilt. Die wenigen Parkplätze für Anwohner sind fast immer belegt. Im Bild von links Jennifer Abel, Marvin Bläsing und Jutta Berger. Auch an diesem Vormittag gab es keinen freien Parkplatz. Fotos: Dewert

Melsungen. In der Melsunger Innenstadt fehlen mindestens 200 Parkplätze. Das schätzt Bürgermeister Markus Boucsein. Eine kurzfristige Lösung gebe es nicht.

In den kommenden Jahren soll zwar ein neues Parkhaus am Sand entstehen, die Planungen stecken aber noch in den Kinderschuhen.

Die fehlenden Parkplätze führen insbesondere bei den Anwohnern der Innenstadt und Einkaufsgästen zu erheblichen Schwierigkeiten.

730 Parkplätze gibt es in Melsungens Innenstadt: 370 Dauerparkplätze und 360 Kurzparkplätze. Hinzu kommen 80 reine Anwohnerparkplätze. Den Parkplätzen stehen bereits 386 Personen mit einer Ganzjahreskarte und 335 Menschen mit einem Anwohnerparkausweis gegenüber, die auf den Dauerparkplätzen stehen dürfen. Täglich nutzen aber zusätzlich viele hundert Besucher die öffentlichen Parkplätze in der Innenstadt.

So sind seit der Parkraumbewirtschaftung die Parkplätze Parkpalette, Kesselberg und Alter Friedhof kostenpflichtig und seit kurzem der Parkplatz am Sand aufgeteilt in Kurz- und Dauerparkzonen.

„Seit dem geht nichts mehr für uns“, kritisiert Jutta Berger, Anwohnerin der Flämmergasse. Die innenstadtnahen Parkplätze an der Stadthalle, Sand und Friedhof seien am frühen Vormittag bereits belegt. Überwiegend von Angestellten und Geschäftsleuten, die in der Innenstadt arbeiten.

Keine Anwohner: Auf diesen Parkplätzen dürfen die Anwohner nicht stehen, es sei denn sie zahlen doppelt.

„Die Fluktuation ist niedrig. Die fahren alle erst abends wieder weg.“ Sie traue sich nicht mehr zum Einkaufen, weil sie im Anschluss kein Parkplatz mehr finde. „Vor unserem Haus ist absolutes Halteverbot. Mal eben einen Großeinkauf hochtragen geht nicht. „Dafür gibt es sofort einen Strafzettel“, sagt Jennifer Abel. Die Alternative wäre, den Einkauf quer durch die Stadt zu schleppen“, kritisiert Berger weiter. So wie ihr gehe es vielen Anwohnern in der Innenstadt. Wenn der Edeka-Markt schließt, wird sich diese Situation noch verschärfen. Lebensmittel in der Innenstadt: Fehlanzeige.

Anwohner Marvin Bläsing: „Wenn man schon für alle Parkplätze rund um die Innenstadt zahlen muss, wollen natürlich alle Besucher möglichst nah parken.“ Sein Vorschlag lautet deshalb, die Parkplätze an Parkpalette und Kesselberg kostenlos anzubieten, um Besucherautos dorthin abzuziehen. Denn diese Parkplätze seien meist nicht belegt, seitdem sie kostenpflichtig sind. „Und für uns Anwohner könnten wenigstens übergangsweise die Kurzzeitparkplätze zum Parken freigegeben werden.“ Denn gerade in den engen Seitenstraßen gebe es solche, die würden aber oftmals von den Besuchern gar nicht benutzt.

„Die Stadt kassiert uns doppelt ab“, sagt Jutta Berger. Zu den zugegebenermaßen moderaten elf Euro für den Anwohnerparkausweis kämen die Kosten für die Kurzzeitparkplätze. Anders könne sie nicht in der Nähe ihres Hauses parken, um auszuladen. Ihr Anwohnerparkausweis sei hingegen nutzlos: „Ich bekomme ja nie einen freien Parkplatz dafür.“

Wenn kein absolutes Halteverbot gelte, dürfe man be- und entladen, sagt dazu Boucsein. Es sei aber eine neuerliche Betrachtung notwendig. Man habe dem Einzelhandel Rechnung tragen wollen, aber keinesfalls die Anwohner benachteiligen. „Wir werden das im Magistrat besprechen und versuchen, eine Lösung zu finden.“

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