Betreuungsteam braucht Hilfe

Melsunger Städepartnerschaft mit Koudougou am Scheideweg

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Viele Kinder in Koudougou hoffen auf eine Patenschaft: Der Partnerschaftsverein ist am Limit. Weitere Patenschaften seien derzeit kaum noch zu schaffen.

Melsungen/Koudougou. Der Melsunger Partnerschaftsverein Koudougou braucht dringend mehr Unterstützung, um die vielen Patenschaften organisieren zu können.

Die Partnerschaft zwischen Melsungen und Koudougou ist eine besondere Städtepartnerschaft: Denn viele Melsunger unterstützen seit mehr als 20 Jahren ein Patenkind in der Stadt in Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt.

Die Liste der bedürftigen Kinder ist lang, doch das Patenschaftsteam ist am Limit angekommen. Mehr als 400 Kinder werden derzeit betreut. Seit neuestem auch mit der Hilfe von Thorsten Lehmann - er hat das Amt von Günter Potyka übernommen. Ihn kennen viele Melsunger unter anderem als langjährigen Übersetzer der vielen Briefe, die zwischen beiden Ländern hin- und hergeschickt werden.

Trotz der jüngsten Hilfe stehe der Verein an einem Scheideweg, sagt Alexander Schmidt vom Koudougou-Team. Entweder Stadt und Verein würden mehr Patenschaften wollen, dann benötige man aber Unterstützung oder man müsse den vielen interessierten Pateneltern und den Kindern und Familien in Koudougou absagen. Weit mehr als 100 Kinder hoffen ständig auf eine Patenschaft, die einen Schulbesuch ermöglichen würde.

Der zeitliche und organisatorische Aufwand für das Team sei enorm: „Die Stadt unterstützt uns gut und wo es geht, aber eigentlich brauchen wir eine hauptamtliche Stelle, die die Patenschaftskoordination übernimmt“, sagt Schmidt. Das Koudougou-Team ist realistisch, mit einer hauptamtlichen Stelle sei eher nicht zu rechnen, sagt Schmidt weiter.

Engagierte Ehrenamtliche könnten sich aber dennoch melden. Man müsse aber schauen, ob es in einer größeren Gruppe laufe. Eine enge und schnelle Abstimmung sei häufig notwendig, sagt Christiane Heinecke-Porstmann. Viele Patenschaften liefen schon seit Jahren. Ehemals junge Kinder würden bei ihrer Berufsausbildung unterstützt. So zum Beispiel Abseta Kabre. Die 26-Jährige wird seit der 6. Klasse gefördert, hat ihren Bachelor-Abschluss gemacht und beginnt ein Master-Studium (Rechnungswesen).

Hintergrund: 

Das Kinderpatenschaftsprojekt besteht seit über 20 Jahren und ist dem Städtepartnerschaftsverein angegliedert. Aktuell unterstützen 270 Paten 400 Patenkinder. Etwa 160 Euro kostet eine Patenschaft jährlich. Das entspricht dem Schulgeld, das die Familien in Koudougou zu entrichten haben. Der Schulbesuch ist dort nicht kostenfrei. 50 Patenkinder sind zwischen sechs und zwölf Jahre alt, 150 Patenkinder sind zwischen 13 und 20 Jahre alt und 190 sind älter als 20. Das Team besteht derzeit aus Thorsten Lehmann, Christiane Heinecke-Porstmann, Alexander Schmidt und Wolfgang Steuber.

Kontakt: Alexander Schmidt unter Tel. 05661/2016 und Christiane Heinecke-Porstmann, Tel. 05661/4162

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