Arbeitsbereiche in den Kommunen

Gärtnerinnen kümmern sich um die Blumen der Stadt Melsungen

Immer an der frischen Luft: Die beiden Gärtnerinnen der Stadt Melsungen, Sabine Röser (links) und Katharina Püppert, arbeiten den Großteil ihrer Arbeitszeit draußen. Sie pflegen die Blumen in Melsungen und in den Stadtteilen. Und im Winter gehört auch der Winterdienst zu ihren Aufgaben.
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Immer an der frischen Luft: Die beiden Gärtnerinnen der Stadt Melsungen, Sabine Röser (links) und Katharina Püppert, arbeiten den Großteil ihrer Arbeitszeit draußen. Sie pflegen die Blumen in Melsungen und in den Stadtteilen. Und im Winter gehört auch der Winterdienst zu ihren Aufgaben.

Ob Steueramt, Kläranlage, Kinderbetreuung oder Friedhofsverwaltung – die Arbeitsbereiche in den Kommunen sind vielfältig. In unserer Serie Arbeitszeit stellen wir Mitarbeiter und ihre Aufgaben vor.

Melsungen – Neben dem Bürgermeister sind sie wohl die bekanntesten Gesichter, die für die Stadt Melsungen arbeiten: Sabine Röser und Katharina Püppert. Auch wenn man ihre Namen nicht unbedingt kennt, hat fast jeder die beiden Frauen schon mal gesehen. Beim Bepflanzen der Verkehrsinseln, beim Salzstreuen der Brücken, beim Rückschnitt der Rosen, beim Gießen der Blumenkübel, beim Unkrautpflücken. Sabine Röser und Katharina Püppert sorgen dafür, dass Melsungen blüht.

Seit sechs Jahren bilden die beiden ein Team. Sie sind zwar nicht die einzigen Gärtner des Bauhofs – es gibt zum Beispiel noch Friedhofsgärtner und Landschaftsgärtner –, aber sie sind die einzigen Frauen im Bauhof-Team und die einzigen mit dem Schwerpunkt Blu-Zi, also Blumen- und Zierpflanzenbau. Deshalb sind sie prädestiniert für die Pflege der Melsunger Blumenbeete.

Diese sind in den vergangenen Jahren reduziert worden, weil die Stadt mancherorts auf Blühflächen umgesattelt hat. Die werden ein Mal eingesät, dürfen dann wachsen wie sie wollen und müssen im Folgejahr gegebenenfalls noch mal nachgesät werden. Mehrere solcher Flächen gibt es etwa am Fuldaufer.

Die größten Blumenbeete, die Sabine Röser und Katharina Püppert pflegen, sind die beiden Verkehrsinseln an der Fritzlarer Straße/Ecke Kasseler Straße in Melsungen und die bei Röhrenfurth. Hinzu kommen alle bepflanzten Kübel in der Stadt und an allen städtischen Gebäuden in den Stadtteilen, etwa an DGHs und Kindergärten.

Was im Frühsommer und im Spätherbst gepflanzt werden soll, wird von ihrem Kollegen, Gärtnermeister Axel Schäfer, bestellt. Im Oktober haben die beiden Gärtnerinnen beispielsweise 800 Stiefmütterchen auf die Verkehrsinsel an der Fritzlarer Straße gepflanzt. In zweieinhalb Stunden war die Arbeit erledigt. Das geht auf Dauer ganz schön in den Rücken, sagt Sabine Röser, die seit 23 Jahren als Gärtnerin bei der Stadt Melsungen arbeitet.

Was eingepflanzt wird, muss auch gegossen werden. Fürs Gießen sind auch wieder die beiden Gärtnerinnen zuständig. Um beim Beispiel der Verkehrsinsel zu bleiben: An einem heißen Sommertag müssen die Frauen 1000 Liter Wasser auf die Blumen gießen. Dafür müssen sie zwei Mal mit ihrem Dienstwagen hinfahren, einem weißen Piaggio mit Ladefläche, auf der ein 500 Liter-Fass Platz hat. „Im Hochsommer sind wir dann schon mal eine ganze Woche nur mit Gießen beschäftigt“ sagt Sabine Röser. Im vergangenen Jahr war es nicht so wild, weil der Sommer nicht so heiß war.

Sabine Röser mag die Abwechslung in ihrem Beruf: „Wir laufen nicht den ganzen Tag hinterm Rasenmäher her“, sagt sie, „und wir können uns die Arbeit selbst einteilen.“ Auch die Arbeit an der frischen Luft ist toll, findet Katharina Püppert. Aber bei Wind und Wetter unterwegs zu sein – „da kommt dann schon mal der Gedanke: Ach, wäre ich doch zur Bank oder in ein Büro gegangen“, sagt Sabine Röser und lacht.

Wie alle Kollegen vom Bauhof sind auch die Gärtnerinnen in der kalten Jahreszeit für den Winterdienst eingeteilt. Sie müssen aber nicht den Streuwagen fahren, sondern sind die Fußkolonne: Mit einem Eimer streuen sie Salz auf Brücken, Unterführungen und an Ecken, in die der Streuwagen nicht hinkommt. Auch hier sind die Gärtnerinnen für die Feinarbeit zuständig.

Im Frühjahr, sobald der Schnee weg ist, bereiten die Gärtnerinnen wieder die Beete vor, auch an den Verkehrsinseln. „Da sitzen wir dann wie auf einem Präsentierteller“, sagt Sabine Röser. Ist das komisch? Nein, gar nicht. „Sehr oft kurbeln Autofahrer die Scheibe runter und bedanken sich bei uns“, sagt Katharina Püppert. Denn die Gärtnerinnen machen Melsungen schön.

Und deshalb werden die Frauen auch oft von Menschen gegrüßt, die sie eigentlich gar nicht kennen. Die beiden Gärtnerinnen sind durch ihre Arbeit eben fast so bekannt wie der Bürgermeister. ZUR PERSON

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