Sanierung der Stadtkirche

Pinseln unterm Himmelszelt: Die letzten Arbeiten laufen

Frische Farben: Restaurator Thomas Berghoff hat mit seinen Mitarbeitern die Gewölbedecke der Melsunger Stadtkirche mit einem Speziallack aufgefrischt. Im Bild von links Thomas Berghoff, Pfarrer Sigurd Sadowski und Architekt Helmut Spitze unterhalb des Schlusssteins über dem Chorraum.
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Frische Farben: Restaurator Thomas Berghoff hat mit seinen Mitarbeitern die Gewölbedecke der Melsunger Stadtkirche mit einem Speziallack aufgefrischt. Im Bild von links Thomas Berghoff, Pfarrer Sigurd Sadowski und Architekt Helmut Spitze unterhalb des Schlusssteins über dem Chorraum.

Die Melsunger Stadtkirche wurde saniert. Bald wird das Gerüst im Inneren der Kirche abgebaut - derzeit laufen die letzten Arbeiten an der Gewölbedecke.

Dem Schlussstein mit dem Christuskopf kann Pfarrer Sigurd Sadowski nur noch wenige Tage eine Armelänge nah sein. Denn in der kommenden Woche soll das Gerüst im Kirchenraum abgebaut werden, mithilfe dessen die Restauratoren und Kirchenmaler die Gewölbedecke reinigen und neu streichen konnten. Und über das auch die Gemeindepfarrer im Chorraum dem Himmel ganz nah sein konnten.

Die Fraben

Größtenteils wurde die Kirche in denselben Farben gestrichen wie zuvor. Aber im oberen Bereich der Gewölbebögen, die der Fachmann Hosen nennt, hat der Melsunger Kirchenvorstand andere Farben ausgewählt, natürlich in Abstimmung mit dem Denkmalschutz und der Landeskirchen. Was früher grau war, ist nun hellblau, was gelb war, ist jetzt ocker. Das soll den Himmel symbolisieren, erklärt Pfarrer Sadowski. Wenn das Gerüst abgebaut ist, geht die Arbeit für die Restauratoren und Kirchenmaler an den restlichen Wänden und Säulen weiter.

Die Restauratoren

Erst kürzlich hatte der Pfarrer Konfirmanden aufs Gerüst mitgenommen. Die Jugendlichen staunten, wie viel Arbeit in der Sanierung steckt. Vor dem Streichen mussten Decke und Wände mit Schwämmchen gereinigt werden – in Handarbeit . „Das war eine Wahnsinnsarbeit“, sagt Thomas Berghoff, Diplom-Restaurator aus Rüthen bei Brilon.

Die Arbeit in einer Kirche sei immer etwas Besonderes. Das sei kein Abarbeiten, sondern er und seine Mitarbeiter würden immer mit Ehrfurcht bei der Arbeit sein. Schließlich erhalte man eine Substanz, teilweise aus dem Mittelalter, für die nächsten Jahrhunderte. „Das macht unheimlich stolz.“

Farbe für den Kontrast: Kirchenmaler Benedikt Sander arbeitet an der Gewölbedecke in der Stadtkirche.

Die Heizung

Zur Sanierung der Kirche gehört auch die Erneuerung der Heizungssteuerung. Der Einbau einer Frischluftansaugung soll das Klima und die Luftfeuchtigkeit in der Kirche verbessern, erklärt Architekt Helmut Spitze. Da im Sommer eine hohe Luftfeuchtigkeit im Kirchenraum herrscht, wird diese über Ventilatoren in zwei Deckenrosetten nach außen transportiert. Gleichzeitig wird Frischluft angesaugt. So soll künftig ein angenehmes Raumklima herrschen, mit 55 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit. „Das sorgt dafür, dass die Orgel nicht mehr so großen Feuchtigkeitsschwankungen ausgesetzt sein wird“, sagt Pfarrer Sadowski.

Die Elektronik

Ein Sachverständiger, der alle drei Jahre die Elektronik-anlagen in Kirchen überprüft, hatte die Anlage in der Melsunger Stadtkirche als veraltet bemängelt. Deshalb wurde nun eine neue Elektroumverteilung in der Sakristei installiert. Ein zusätzliches Datenkabel wurde eingebaut, um die Option zu haben, die Kirche ans Internet anzuschließen.

Wegen eines Blitzeinschlages im vergangenen Jahr musste das Glockenläuten immer manuell eingestellt werden. Das funktioniert künftig wieder automatisch, punktgenau. Genau wie die Kirchturmuhr, die dank der neuen Steuerung nun wieder immer richtig gehen soll.

Die Lichttechnik

Auch lichttechnisch gibt es viel Neues: Unter der Empore laufen Lichtleisten statt Leuchtstoffröhren, die Hängeleuchten im Kirchenschiff wurden abgebaut und mit LED-Beleuchtung umgerüstet. Das spart Strom und bringt trotzdem mehr Helligkeit, sagt Architekt Spitze.

Wann der sanierte Innenraum für Besucher geöffnet wird, können Pfarrer Sadowski und Architekt Spitze noch nicht sagen. Fakt ist, dass die neue Absturzsicherung für die Fenster auf der Empore erst noch eingebaut werden müssen. Und die werden bis Mitte Dezember geliefert. (Claudia Feser)

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