4700 Euro für Regenrinnenstück

Polizei warnt: Abzocker bieten überteuerte Arbeiten an

Felsberg. Im Altkreis Melsungen sind derzeit Wanderarbeiter mit einer Abzock-Masche unterwegs. Betroffen sind vor allem Hauseigentümer.

Die Männer bieten Arbeiten am Haus zu offenbar massiv überteuerten Preisen an. Die Polizei warnt ausdrücklich davor, mit diesen Männern leichtfertig ins Geschäft zu kommen.

Im jüngsten Fall forderten vier Männer für den Austausch eines nur wenige Meter langen Stücks Regenrinne 4700 Euro. Sollten vorab keine Preisabsprachen stattgefunden haben oder noch besser, ein schriftlicher Kostenvoranschlag vereinbart worden sein, hat man als Geschädigter einen schlechten Stand, sagt Polizeisprecher Volker Schulz. Denn die Dienstleistung sei erbracht. Die Handwerker hätten einen Anspruch auf Bezahlung. Wenn sich ein Eigentümer in solchen Verhandlungen unter Druck gesetzt fühle, solle er die Polizei hinzuziehen.

Das richtige Vorgehen sei indes, sich vorab einen Gewerbeschein zeigen zu lassen und im Zweifel überprüfen zu lassen. Auch die Personalien sollten anhand eines Passes aufgenommen werden und das Kennzeichen notiert werden. Keinesfalls sollten Vorauszahlungen beispielsweise zur Materialbeschaffung geleistet werden. Die Männer könnten dann schon verschwinden. „Wir können nicht per se einen Betrugsversuch unterstellen“, sagt Schulz. Wenn die Anbieter aus der EU kommen und ein entsprechendes Gewerbe angemeldet haben, dürfen sie auch Dienstleistungen erbringen.

Sinnvoller sei es aber immer, das örtliche Handwerk zu unterstützen. Gewährleistungsansprüche gegen solche Anbieter im Ausland geltend zu machen, könne sehr schwierig sein. Zuletzt waren Teer-Kolonnen in der Region unterwegs. Die Männer boten mindere Asphaltierarbeiten zu überteuerten Preisen an.

Im aktuellen Fall zahlte der geschädigte Felsberger noch 2000 Euro für das Stück Regenrinne.

Rubriklistenbild: © dpa

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