Auch andere Landkreise berichten von Ärger – Zweckverband macht Hoffnung

Weiter Probleme mit Müllabholung im Kreisteil Melsungen

Tonnen werden nicht abgeholt und einfach voll stehengelassen.
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Seit Juli 2021 gibt es im Schwalm-Eder-Kreis Probleme mit der Müllentsorgung. Bei manchen Anwohnern werden die Tonnen einfach voll stehengelassen.

Der Müll stinkt im Schwalm-Eder-Kreis seit Umstellung des Umweltkalenders Anfang Juli 2021 zum Himmel. Bei manchem Anwohner sogar wortwörtlich.

Schwalm-Eder - Denn vielerorts klappt die Leerung der Tonnen nicht, seitdem die Firma RMG für die Entsorgung zuständig ist (HNA berichtete). Und wer im Internet recherchiert, findet heraus, dass der Landkreis nicht der erste ist, wo es Probleme mit RMG aus Eltville gibt.

Die Vergangenheit

So gab es laut Kreiszeitung unter anderem im Landkreis Rotenburg (Wümme) erhebliche Probleme mit der Auslieferung der Gelben Tonnen, im Mai 2021. Auch die Cellesche Zeitung berichtete bereits über Entsorgungsprobleme. Dort holte RMG Anfang 2020 die Gelben Säcke nicht ab. Und der Münchner Merkur titelte 2015: „Müll-Chaos weitet sich aus“. Dort hatte RMG die Entsorgung der Gelben Tonnen übernommen. „Es war das absolute Chaos“, berichtet Umweltreferent Christoph Marquart von der Stadt Garching im Landkreis München sechs Jahre später auf HNA-Anfrage. Die Firma habe alles andere als professionell agiert. Drei Jahre lang erledigte RMG dort die Entsorgung des Verpackungsmülls, berichtet Marquart, seit 2018 sei „zum Glück“ eine andere Firma zuständig. „Wir trauern RMG nicht nach“, sagt Marquart.

Das sagt RMG

Auf HNA-Anfrage äußert sich die Entsorgungsfirma zur Problematik – demnach sei das aber alles gar nicht so dramatisch. Denn die Regelabfuhr im Schwalm-Eder-Kreis sei sichergestellt, heißt es von Marius Schröder von der RMG GmbH. „Um die Abfuhr der anfallenden Abfallmengen müssen sich die Bürger nicht sorgen.“

Und weiter: „Der Beginn eines neuen Auftrages ist stets mit gewissen Unwägbarkeiten verbunden.“ Vereinzelte Reklamationen seien bei dem „Erstdurchlauf“ – wie RMG den Zeitraum nennt, in dem jede Tagestour zum ersten Mal bedient wird – nicht immer auszuschließen. „Eine deutliche Verbesserung wird sich hier bereits bei den nächsten Durchläufen einstellen, da sich das Personal so auch zunächst unübersichtliche Anfallstellen einprägen kann.“ RMG setze in der Anfangsphase zusätzliche Fahrzeuge und Personal ein, damit „eingegangene Reklamationen schnellstmöglich bearbeitet werden und nicht wieder vorkommen“.

RMG gehe davon aus, dass sich die Anzahl der eingehenden Beanstandungen „in naher Zukunft“ auf ein Minimum reduzieren werde. Wie lange diese Anlaufphase konkret dauern wird, beantwortete RMG nicht. Ebenso wie die Frage nach der Zahl der eingesetzten Fahrzeuge im Schwalm-Eder-Kreis.

Die Betroffenen

Wenn sie diesen Satz lesen, werden sicher Heike Kohlhaas-Rauch und Ehemann Joachim Kohlhaas nur noch mit dem Kopf schütteln können. Wie berichtet, war bei dem Paar aus Morschen die Restmülltonne nicht geleert worden. Eine Reklamation sei seitens RMG abgelehnt worden, da nicht die ganze Straße vergessen worden sei. Als in Morschen nun doch nachgearbeitet worden war – denn neben der Beschwerde vom Ehepaar Kohlhaas lagen dem Abfallzweckverband zu diesem Zeitpunkt 30 weitere aus Morschen vor – habe man Kohlhaas’ Tonne aber wieder links liegen gelassen, teilte RMG per E-Mail mit.

Die Hoffnung

Hoffnung macht Friedhelm Holzapfel, stellvertretender Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Schwalm-Eder (ZVA): Inzwischen habe sich die Anzahl der Reklamationen deutlich verringert. „Wir hoffen, dass RMG die Situation mehr und mehr in den Griff bekommt.“ Um „eventuell weitere notwendige Maßnahmen einzuleiten“, habe Landrat Winfried Becker den geschäftsführenden Vorstand des ZVA – trotz Urlaubszeit – am 16. August zu einer Sondersitzung einberufen. (Carolin Hartung)

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