Protest: Verdi rief zur Mahnwache bei der Edeka Hessenring auf

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Protest gegen Arbeitszeitmodell: Die Gewerkschaft Verdi organisierte die Mahnwache vor den Toren der Edeka Hessenring in Melsungen. Gewerkschaftssekretär Manuel Sauer, Mitte, sprach zu den etwa 20 Teilnehmern.

Melsungen. Mit Trillerpfeifen wollten am Sonntag etwa 20 Teilnehmer einer von Verdi organisierten Mahnwache der Kälte in Melsungen trotzen.

Vor den Toren der Edeka Hessenring brachten die Teilnehmer ihren Unmut über die geplante Änderung der Arbeitszeiten in der Abteilung Frischdienst  zum Ausdruck. Ab dem 19. Januar sollen die 120 Beschäftigten laut Verdi-Sekretär Manuel Sauer immer in der Spätschicht arbeiten. Sonntags müsste dann von 12 bis 20 und wochentags von 14 bis mindestens 22 Uhr gearbeitet werden. Eine Teilhabe am kulturellen und sportlichen Leben in der Gemeinde wäre damit unmöglich und gefährde die Familien der Beschäftigten.

Fadenscheinig nannte Sauer den vorgeschobenen Grund, die Unternehmenssoftware ließe keine andere Disposition zu. Ein Mitarbeiter, der nicht genannt werden wollte, befürchte, dass man sich mit der Familie auseinanderlebe. Man habe in den vergangenen Jahren viele Verschlechterungen und Erschwernisse der Arbeitsbedingungen hingenommen, aber mit der Dauerspätschicht sei das Maß voll. „Wir müssen uns jetzt wehren.“ Es gebe sicherlich einen Kompromiss, sagte er weiter.

Aber genau diese Kompromissbereitschaft bemängelt Sauer bei der Geschäftsführung: Hans-Richard Schneeweiß solle sich mit dem Betriebsrat und den betroffenen Kollegen zusammensetzen und ein verträglicheres Arbeitszeitmodell erarbeiten, sagte Sauer weiter.

Der Gewerkschafter kritisierte, dass es für die Mitarbeiter, die Sonntagsdienst leisteten, nicht den tariflichen Zuschlag gebe. Vielmehr bekämen die Angestellten monatlich 100 Euro von diesem abgezogen. Es könne nicht sein, das der Marktführer im Lebensmittelbereich in Deutschland so mit seinen Angestellten umgehe. In anderen Edeka-Regionalgesellschaften sei dies möglich, warum nicht auch in Melsungen. Eine Tarifvereinigung könne nun mal nicht nach unten korrigiert werden.

Sollte es zu keiner Einigung mit der Geschäftsführung kommen, kündigte Manuel Sauer Arbeitskampf an. (ddd)

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