Nach Unwettern: Provisorium für Stromfluss im Kreisteil Melsungen

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Der beim Unwetter am 7. Juli bei Elfershausen umgeknickte Strommast.

Malsfeld/Melsungen. Nach dem Juli-Unwetter: Netzbetreiber bauen umgeknickte Masten neu auf.

Am 7. Juli hatte ein Unwetter in der Region auch im Kreisteil Melsungen jede Menge Schäden angerichtet. Dabei waren selbst Strommasten zwischen Melsungen und Malsfeld wie Streichhölzer eingeknickt - mit den Folgen haben die Eigentümer noch immer zu tun.

Dem regionalen Netzbetreiber Avacon knickten bei dem Unwetter nach eigenen Angaben fünf Masten seiner 110-Kilovolt-Leitung von Mecklar nach Melsungen ein. Drei weitere seien so stark beschädigt worden, dass auch sie ersetzt werden müssten.

Seltenes Ereignis

Zurzeit laufen laut Avacon-Sprecherin Michaela Fiedler Gespräche mit dem Kasseler Regierungspräsidium. Die Behörde müsse den Wiederaufbau der Anlagen genehmigen. Geplant sei, die Masten nach der derzeit gültigen Norm für Wind- und Eislast aufzubauen. Das bedeute, dass sie stärker ausgelegt seien. Den Aufbau der neuen Masten werde man im September starten. Fiedler: „Wenn alles gut läuft, stehen die Maste Ende des Jahres.“

Die umgefallenen Masten wurden laut Avacon 1984 errichtet. Nach der gängigen Formel hätten sie rund 80 Jahre halten sollen. „Bei einer Extremwitterungslage werden Bäume entwurzelt, Dächer abgedeckt, Mauern eingerissen - und in seltenen Fällen knicken Maste ab“, erklärte Fiedler.

Das Mastdesign wird dem vorherigen entsprechen, kündigte die Avacon AG an. Gewählt werde die Donaubauweise, das gängigste Design in Deutschland. Die Kosten lägen bei 1,8 Millionen Euro. Das Geld reiche auch für die Demontage und den Wiederaufbau.

Die Aufräumarbeiten sind bereits abgeschlossen. Verbogene Mastkonstruktionen wurden abgebaut und abtransportiert. Derzeit sind an den Schadensstellen nur noch Fundamente zu sehen, die laut Avacon wieder verwendet werden sollen. Bis zur Fertigstellung der neuen Masten bedient die Avacon ihre Stromkunden über andere Leitungen, über die Reserveleistungen zur Verfügung gestellt werden.

Auch Strommasten der Deutschen Bahn Energie im Raum Fulda wurden bei dem Juli-Unwetter beschädigt. Es habe sich um ein extrem selten auftretendes und lokal stark begrenztes Wetterphänomen gehandelt, teilte Sprecherin Gabriele Schlott mit. Das Unternehmen werde die Masten eins zu eins ersetzen. Zwischen Melsungen und Malsfeld arbeite man zurzeit mit einem Provisorium, das nach dem Aufbau eines neuen Mastes zurückgebaut werde.

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