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Puppentheater begeistert Kinder in Melsungen mit „Der Räuber Hotzenplotz“

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Das Staufenberger Puppentheater: Puppe Räuber Hotzenplotz (von links), André Nolting, Puppe Fee Amaryllis, Selina Nolting, Puppe Großmutter, Nicole Nolting, Puppe Kasperle, Andreas Nolting in der Melsunger Stadthalle.
Das Staufenberger Puppentheater: Puppe Räuber Hotzenplotz (von links), André Nolting, Puppe Fee Amaryllis, Selina Nolting, Puppe Großmutter, Nicole Nolting, Puppe Kasperle, Andreas Nolting in der Melsunger Stadthalle. © Lena Pöppe

„Der Räuber Hotzenplotz“ ist ein Klassiker unter den Kinderbüchern. Wir waren bei der Aufführung des Stücks vom Staufenberger Puppentheater in der Melsungen dabei.

Melsungen – Gespannte Kinder sitzen am Sonntag mit ihren Eltern im vollen Saal der Melsunger Stadthalle. Kinderlachen ist zu hören und es riecht nach frischem Popcorn. Die Gäste schauen zur Bühne. Dort wird gleich „Der Räuber Hotzenplotz“ vom Staufenberger Puppentheater aufgeführt.

Zu Beginn der Veranstaltung wird das Publikum von der Puppenspieler-Familie begrüßt. „Wir machen alles, was ihr seht, selbst“, sagt Andreas Nolting. „Wenn Räuber Hotzenplotz etwas Böses macht, passiert das nur auf der Bühne, euch passiert nichts“, beruhigt sein Sohn André Nolting. „Die Geschichte wird lustig und ihr könnt mitmachen.“ Das Original von Otfried Preußler wird in vier Akten erzählt.

Die Geschichte: Kasperl und Seppel schenken Kasperls Großmutter eine Kaffeemaschine zum Geburtstag. Die wird von Räuber Hotzenplotz gestohlen. Als die Freunde das erfahren, schmieden sie einen Plan, um den Räuber zu überlisten. Doch er bemerkt das und nimmt die beiden gefangen. Kasperl, der sich als Seppel verkleidet hat, verkauft er an den bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann. In den folgenden Akten sehen die Zuschauer, wie es Kasperl und Seppel gelingt, sich zu befreien, den Räuber ins Gefängnis zu bringen und die Kaffeemühle zurückzubringen.

Die Zuschauer: Marcel und Jessica Roßbach haben die Vorstellung mit ihrer vierjährigen Tochter Josie besucht. „Es war spitze“, sagen die Eltern. „Auch unsere Tochter fand’s super.“ Josie reckt die Daumen in die Höhe. Die Familie ist das erste Mal in einer Vorstellung dieses Puppentheaters gewesen. „Wir sind überrascht, die Gestaltung, der Blick und der Ton waren gut“, sagt Marcel Roßbach. „Das war eine gelungene Vorstellung“, lobt Jessica Roßbach.

So sehen die Puppen auf der Bühne aus: Räuber Hotzenplotz (von links) und die Großmutter.
So sehen die Puppen auf der Bühne aus: Räuber Hotzenplotz (von links) und die Großmutter. © Lena Pöppe

Auch der Melsunger Bastian Ansorge hat mit seinen Kindern, drei und fünf Jahre alt, das erste Mal so ein Puppentheater besucht. „Die Große hat mitgemacht“, sagt er, „Wir kommen wieder.“

Die Puppenspieler: Das Puppentheater ist ein Familienbetrieb. „Unsere Familie spielt seit mehr als 200 Jahren Theater“, sagt Andreas Nolting. „Wir wollen modernes Puppentheater bieten, um Kinder ins Theater zu bringen.“ Wichtig sei ein kindgerechtes Drehbuch. „Da steckt Liebe bis ins kleinste Detail drin.“ Musik, Soundeffekte, Bühne: Alles ist selbst gemacht. „Jeder kann den Text auswendig und alle Puppen spielen“, sagt die Familie. Wenn jemand Text vergesse, sei der andere da oder es werde improvisiert. „Manchmal müssen wir lachen, wenn ein Kind eine besonders lustige Bemerkung gerufen hat“, verrät Nicole Nolting. Dann sei es still, bis sie sich wieder beruhigt hätten und das Mikrofon wieder anschalteten. Sie spielt die Unke und die Fee Amaryllis, ihr Mann Andreas Seppel, den Zauberer und den Wachtmeister, Sohn André den Räuber und Kasperle. Tochter Selina Nolting kümmert sich um die Popcorntheke.

Die Puppen: Die Puppen werden mit Zeigefinger, kleinem Finger und dem Daumen gehalten. Eine Puppe wiegt 500 bis 600 Gramm. „Das geht in die Arme“, sagt Nicole Nolting, „Manchmal muss ich mit dem anderen Arm unterstützen.“ Der als Wachtmeister verkleidete Räuber Hotzenplotz wiegt mehr als die anderen. Für die Sichtbarkeit sind die Puppen etwas größer als normale. Deswegen und für das Spielen im Stehen trägt Nicole Nolting Plateauschuhe, um die Puppe auf der richtigen Höhe zu halten – denn die Bühne ist 1,8 Meter hoch.

Das Fazit: Die Vorstellung ist gelungen. Die Kinder lachen und machen mit. Als der Räuber die gestohlene Kaffeemühle präsentiert, ruft ein Kind: „Stehlen ist aber nicht schön.“ Kasperl und Seppel kreieren Lacher. Anstatt den Räuber beim Namen zu nennen, machen sie sich über ihn lustig, nennen ihn Räuber Hotzenklotz und Räuber Hosenfurz. (Lena Pöppe)

Das Puppentheater plant für den Herbst einen weiteren Besuch in Melsungen. Termine und Infos unter staufenbergerpuppentheater.de

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