Rasenmähen für den Nachbarn: In Melsungen soll Nachbarschaftshilfe aufgebaut werden

Markus Kink Foto: Holscher

Melsungen. Viele Menschen brauchen kleine Hilfen im Alltag oder jemanden zum Reden. In Melsungen soll ein Netzwerk dafür geschaffen werden. Wir sprachen mit dem Initiator Markus Kink von der Koordinierungsstelle für Senioren- und Generationenhilfen beim Landkreis.

Herr Kink, man liest immer wieder, dass Menschen sich nicht in Vereinen engagieren - warum sollten sie es in einer Nachbarschaftshilfe tun? 

Markus Kink: Das stimmt. Die Menschen wollen flexibel und nicht langfristig an eine Sache gebunden sein. Das scheuen die meisten. Deshalb gelingt Vereinen die Integration auch nicht mehr so gut wie früher. Das ist gerade bei Menschen auffällig, die neu in einen Ort gezogen sind. Unsere Nachbarschaftshilfe wird da flexibler sein.

Wie soll die Nachbarschaftshilfe aussehen? 

Termin:

Die Info-Veranstaltung zum generationsübergreifenden Netzwerk findet am Mittwoch, 8. Oktober ab 19 Uhr in der Stadthalle Melsungen statt. Markus Kink von der Koordinierungsstelle für Senioren- und Generationshilfen führt durch den Abend. Ebenfalls dabei sein werden die Seniorenbeauftragte Alina Überdiek und Bürgermeister Markus Boucsein.

Kink: Prinzipiell hängt so ein Netzwerk davon ab, dass Menschen bereit sind, mehr zu geben, als sie haben wollen. Es geht um Hilfe ohne Gegenleistung und darum, Verantwortung zu übernehmen. Praktisch läuft es dann so ab: Nach der heutigen Infoveranstaltung bilden wir eine Arbeitsgruppe von Menschen, die Hilfe anbieten wollen: Zum Beispiel kleine Reparaturen ausführen, sich zum Kaffee mit anderen verabreden oder auch Menschen zum Arzt oder zum Einkaufen begleiten.

Wenn man selber einmal Hilfe braucht und dann von dem Netzwerk profitieren kann, umso besser.

Das Netzwerk richtet sich also überwiegend an ältere Menschen? 

Kink: Nein, überhaupt nicht. Es können alle mitmachen, vom Kind bis zum Urgroßvater. Das sollte das Ziel sein. Und Kinder und Jugendliche haben doch Spaß daran, auch mal den Nachbarshund auszuführen. Es kann jeder mitmachen, der Zeit und Lust dazu hat.

Wie sieht die Organisation dann konkret aus? Gibt es einen Ansprechpartner? 

Kink: Ja. Meistens wird in den Initiativen vereinbart, dass es zum Beispiel ein Handy gibt, auf dem die Anrufe landen. In Melsungen werden wir aber die Organisationsstrukturen der Ehrenamtsagentur nutzen, die bei der Seniorenbeauftragen Alina Überdiek angesiedelt ist. Das heißt, dass man direkt mit dem Austausch von Hilfe starten kann.

Von Max Holscher

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