Tier wollte sich nicht vertreiben lassen

Ratte im Klo: Melsunger Ehepaar konnte nicht zur Toilette

Melsungen. Was für viele Menschen ein Albtraum ist, war für Rolf Brämer in den vergangenen Tagen Realität: Eine Ratte im Klo. Der 67-Jährige Melsunger wollte sich nur im Bad die Hände waschen, als er bemerkte, dass ihn eine Ratte aus der Toilette heraus anguckte.

„Sie hat sich erst auf die Hinterbeine gestellt und ist dann wieder in die Schüssel verschwunden“, erzählt Brämer. Er habe dann sofort den Klodeckel geschlossen.

Die Ratte, die seit Dienstagmorgen in der Toilette des Melsunger Ehepaars Brämer hauste, wollte sich nicht vertreiben lassen. Bis zum nächsten Tag konnte das Ehepaar die einzige Toilette in der Wohnung nicht nutzen.

„Ich habe mich richtig geekelt, wir haben mehrmals vorsichtig den Klodeckel angehoben und immer war die Ratte noch da“, erzählt Heidi Brämer. Das Ehepaar rief sofort die Hausverwaltung an. Die leitete sie an das Ordnungsamt weiter. „Wir kümmern uns um Ratten im öffentlichen Kanal, nicht auf Privatgrundstücken“, erklärt Roland Schmidt, Leiter des Ordnungsamts. Städte und Gemeinden seien nur für die Rattenbekämpfung in öffentlichen Bereichen wie Fluss- und Bachläufen und den Kanälen zuständig. Das wurde auch Rolf Brämer erklärt, der daraufhin erneut versuchte die Hausverwaltung zu erreichen. „Leider ohne Erfolg“, sagt er.

Setzte eine Rattenklappe in das Rohr ein: Harry Naundorf.

Über den gesamten Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch war die Toilette unbenutzbar. „Wir mussten die Kundentoilette im Edeka benutzen und die Polizei hat uns angeboten, auch ihre Gästetoilette in der Polizeistation zu nutzen“, sagt Brämer, der in seiner Hilflosigkeit am Abend die Polizei aufgesucht hatte. „In der Nacht musste dann ein mit Wasser befüllter Eimer aushelfen“, erklärt Heidi Brämer.

Gelöst hat das Rattenproblem Harry Naundorf von der Heizungs- und Sanitärfirma Skirde aus Melsungen. Er hat einen WC-Stutzen eingebaut. „Das Prinzip funktioniert wie eine Katzenklappe, nur umgekehrt“, sagt er. Die Toilette könne man abspülen, jedoch könne nichts aus dem Abwasserrohr hoch kommen. Unklar war für das Ehepaar Brämer jedoch, wer die Firma beauftragt hat, eine solche Klappe einzubauen. Die Hausverwaltung beauftragte am Mittwoch umgehend die Firma und organisierte einen Schädlingsbekämpfer.

Ein Nachbar der Brämers, Tamre Cil, ist besorgt, dass die Ratte sich nun die Wege durch andere Rohre im Haus sucht. „Wir haben leider keine Klappe im Klo“, sagt er.

44 Jahre lebt das Ehepaar Brämer schon in ihrer Mietwohnung. Es habe noch nie Probleme mit Ratten gegeben, sagen sie. „Nach dem Schock müssen wir uns erstmal erholen“, sagt Heidi Brämer, die froh ist, dass sie wieder auf die eigene Toilette gehen kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.