Ravels Bolero für ein Quintett: Nachwuchsbläser spielten mit Profis

+
Spielen mit den Profis: Die Jungbläser mit vorne Richard Sadowski, Marla Jordan, Rahel Eckhardt, Martha Jacob, Tim Botte, Leander Häussle, in der Mitte Moritz Hofmann, Amos Eckhardt, Madeleine Herb und hinten Hannes Jacob, Johannes Fraatz, Charlotte Bielefeldt, Deborah Eckhardt.

Melsungen. Classic Brass gastierte in der Stadtkirche - und Melsunger Nachwuchsbläser probten und spielten mit den Profis.

Mit dem Rondeau von Jean-Joseph Mouret zogen die Classic-Brass-Musiker am Samstagabend in die Melsunger Stadtkirche ein: Die Trompeter Zoltán Nagy und Jürgen Gröblehner, Hornist Gábor Dalecker, Posaunist Johannes Kronfeld und Tubist Roland Krem erzeugten strahlenden Bläserklang.

Classic Brass ist in alter Musik ebenso versiert wie in neuer. Zwei Interpretationen riefen besondere Begeisterung unter den Besuchern hervor: Aus der Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg erklang zart und melancholisch Solveigs Lied, und von sehr leise bis triumphal laut und dabei immer schneller werdend „In der Halle des Bergkönigs“.

Neue Klangbilder

Auch der Bolero von Maurice Ravel geht mit fünf Blechinstrumenten: eigentlich für ein großes Orchester mit 120 Musikern komponiert, übertrug Classic Brass das Stück auf die eigene Besetzung. Das ergibt neue Klangbilder. Die Tuba hat ununterbrochen einen Rhythmus zu spielen, das Trommel-Thema wurde zwischen den Instrumenten hin- und hergereicht, Soli wechselten. Der Applaus dafür war frenetisch mit Bravo-Rufen.

Gröblehner leitete durch den Abend, stellte jeden Musiker mit seinem Werdegang vor. Sie alle präsentierten ihr virtuoses Können in einem Stück für Soloinstrumente und Gruppe: Hornist Dalecker spielte in Stardust von Hoagy Carmichael das Solo, die Tuba mit Krem sang Largo al Factotum, die berühmte Arie des Firago von Gioachino Rossini, Posaunist Kronfeld bezwang mühelos rasend schnelle Läufe in einer Variation von Dora Jordan über Bluebells of Scotland und ließ nebenbei noch erklingen, wie tief man mit dem Instrument spielen kann - und die Trompeter waren im Jesus bleibet meine Freude von Johann Sebastuian Bach als Solisten zu hören.

Die Jungbläser des Posaunenchores der evangelischen Kirche Melsungen saßen nicht nur mucksmäuschenstill lauschend in den ersten Reihen in der Stadtkirche. Sie hatten am Nachmittag in einem Workshop Stücke mit den Musikern erarbeitet, die sie im Konzert präsentierten. Sie spielten Crazy Star und mit den Profis „He’s a Pirate“ aus Fluch der Karibik. Für ihr gekonntes Musizieren gab es reichlich Applaus. (zad)

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.