Regio Team will angreifen

Radsport: Aufbruchstimmung unter Dach der MT Melsungen - „Deutsche“ lockt

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Gruppenbild mit Sponsor und Sportlichem Leiter: (vl.) Kreissparkassen-Direktor Thomas Gille, Axel Hauschke, Enrico Oglialoro, Falk S. Hepprich, Philipp Sohn, Aadyl Khatib, Roman Kuntschik und Dieter Vaupel. Es fehlen Kevin Vogel, Rückkehrer aus Freiburg, der bereits 2010 für das Regio Team fuhr sowie Stefan Arndt, der sich im Training einen Schlüsselbeinbruch zuzog.

Melsungen. Sie fahren nach der Arbeit und zur Arbeit. Und bringen es dabei, jeder für sich, auf ca. 400 Trainingskilometer pro Woche. Zweimal quälen sie sich dabei gemeinsam, viermal allein. Meist entlang des Fuldatals, um dann rechts und links die Berge hoch zu klettern.

Und das so motiviert wie lange nicht mehr. „Wir wollen dieses Jahr angreifen“, sagt Philipp Sohn, einer von acht Fahrern des Regio Teams SF.

„Angreifen“ heißt zunächst einmal an das Erfolgsjahr 2012 anknüpfen, als Hessens erfolgreichstes Amateur-Radsportteam 17 Siege feierte. Und dann fiebern die heimischen Cracks auch noch den Deutschen Radsportmeisterschaften am 29. Juni vor der Haustür in Baunatal/Edermünde entgegen, wo sie sich dank einer „Wild Card“ als Lokalmatadoren mit den Greipel, Kittels und Martins messen können.

Ein zusätzlicher Anreiz, keine Frage. Doch die Aufbruchstimmung hat andere Gründe. Bisher fuhren Hauschke, Kuntschik und Co. ihre Triumphe eher unbeachtet ein - unter dem Dach des RSV Hersfeld. Dann trat ein 20-jähriges Melsunger Radsporttalent auf den Plan, das mit seinem rasanten Aufstieg zum B-Fahrer das Interesse der A-Fahrer weckte. Und für den sich dann gleich zwei „Träume“ erfüllten: Enrico Oglialoro wurde im Regio Team aufgenommen, das sich wiederum der Radsport-Abteilung der MT Melsungen anschloss.

Und die, in Person des emsigen Dieter Vaupel, die Chance, „ein Team der deutschen Spitzenklasse frei Haus nach Melsungen zu holen“, am Schopfe packte. Die Umworbenen spürten, so Kapitän Hauschke, gleich eine „ganz andere Begeisterung und Aufmerksamkeit“, so dass ihnen der Vereinswechsel nicht schwer fiel.

Sie wurden nicht enttäuscht, denn ihr neuer Sportlicher Leiter konnte innerhalb von nur drei Monaten mit der Kreissparkasse Schwalm-Eder, Zweiradhaus Bischoff und den Firmen Solupharm und Wikus gleich vier neue Sponsoren gewinnen. Hauptsponsor bleibt Mario Bernardi, der das Regio Team vor acht Jahren gründete, um die besten Rennfahrer Nordhessens in einer Mannschaft zu vereinen.

Dieter Vaupel spricht von „gegenseitigen Vorteilen“, hofft gar auf „Synergieeffekte“ dank der bundesweit bekannten Handballer verbunden mit dem Wunsch, „dass das Regio Team aus seinem Schattendasein mehr in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückt.“ Verdient haben es die Fahrer allemal. Axel Hauschke etwa, der sich als A-Fahrer seit 17 Jahren mit der deutschen Elite misst und 2010 gar die Edermünder Runde, Nordhessens einziges Profirennen, gewann. Oder „Rakete“ Roman Kuntschik, einer der besten deutschen Amateur-Sprinter überhaupt.

Doch noch wichtiger als eigene Ambitionen ist den Regio-Fahrern der Teamgedanke. Also wollen sie zunächst Jungspund Enrico Oglialoro zum Aufstieg in die A-Klasse verhelfen, wozu ein Sieg oder fünf Platzierungen unter den ersten Zehn nötig sind. Damit der „Neue“ vielleicht auch bei der „Deutschen“ dabei ist.

Von Ralf Ohm

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