Zum Dank gab es einen weißen Hahn

Reise in Partnerstadt: Melsunger helfen unterernährten Kindern in Burkina Faso

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Säckeweise Lebensmittel: Christiane Heinecke-Porstmann (Zweite von links) und Alexander Schmidt (Vierter von links) vom Melsunger Partnerschaftsvereins reisten nach Koudougou, um Gespräche mit den Patenkindern zu führen. Für das Krankenhaus kauften sie säckeweise Lebensmittel, um unterernährte Kinder aufzupäppeln.

Zwei Mitglieder des Melsunger Städtepartnerschaftsvereins sind erneut in die Partnerstadt Koudougou in Burkina Faso gereist. Dort trafen sie 102 Patenkinder.

Das Schicksal der unterernährten Kinder im Krankenhaus von Koudougou hat Christiane Heinecke-Porstmann und Alexander Schmidt vom Melsunger Städtepartnerschaftsverein am meisten berührt. Bei ihrem Besuch in der Partnerstadt in Burkina Faso trafen die beiden Melsunger kürzlich auf Kinder, die vor dem Hungertod standen – eine Lebensmittelspende der Unicef war nicht im Krankenhaus angekommen. Es gab nur noch ein bisschen Reis.

Ein Melsunger Ehepaar hatte Schmidt und Heinecke-Porstmann 1000 Euro mitgegeben, die sie Kindern in Not zukommen lassen sollten. Deshalb kauften die beiden Melsunger auf dem Markt der 200.000-Einwohner-Stadt Koudougou säckeweise Mais, Hirse, Reis, Milchpulver und Zucker. „Aus diesen Zutaten wird im Krankenhaus ein Nährbrei hergestellt, mit dem unterernährte Kinder aufgepäppelt werden“, berichtet Christiane Heinecke-Porstmann. Die Lebensmittelspende wurde im Krankenhaus dankbar angenommen. „Auch bei uns waren die Tränen nicht mehr fern“, sagt Alexander Schmidt.

Für ihn war es der siebte Besuch in der Melsunger Partnerstadt Koudougou. Zusammen mit Christiane Heinecke-Porstmann hatte er alle 110 Patenkinder eingeladen, um mit ihnen über ihre Lebenssituation zu sprechen: schulisch, beruflich und persönlich. 102 waren erschienen, die jüngsten im Grundschulalter, die ältesten Ende 20.

Diese Gespräche sind entscheidend, ob die Patenschaft fortgesetzt werden soll oder nicht. Schmidt und Heinecke-Porstmann haben schon einiges erlebt. Ein Chef hatte für ein Patenkind, das bald zehn Jahre eine Ausbildung in einem Nähatelier machte, angegeben, dass sie noch drei Jahre lernen müsse bis sie zuschneiden könne. Das sei aber die Ausnahme, wissen die Melsunger. Zurzeit gibt es 15 Patenkinder, die eine qualifizierte Ausbildung zur Krankenschwester oder zum Grundschullehrer machen – mit Zertifikat zum Abschluss. 15 weitere werden in diesem Jahr hinzukommen, kündigt Schmidt an.

Viele sind über die Hilfe aus der Partnerstadt sehr dankbar. Wie die Eltern eines Patenkindes, die kürzlich mit dem Fahrrad zum Gesprächstermin mit den Melsungern kamen. Am Lenker hing ein an den Füßen zusammengebundener, lebender, weißer Hahn. Den schenkten sie den beiden Melsungern – aus Dankbarkeit für die Unterstützung. Der Hahn wird von Kindern eines Waisenhauses in Koudougou umsorgt.

Hier liegt Koudougou in Burkina Faso:

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