Vier Monate unterwegs

Reisebericht: Zwei Frauen reisen mit dem Wohnmobil zum Nordkap

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Beim Halt auf dem Campingplatz eines Imkers: links die 19-jährige Laura Engler und die gleichaltrige Alina Diehl.

Spangenberg/Melsungen. Zwei junge Frauen fahren mit dem Wohnmobil zum Nordkap und schreiben einen ausführlichen Reisebericht.

Laura Engler, 19, aus Melsungen und Alina Diehl, 19, aus Spangenberg fahren mit dem Wohnmobil zum Nordkap. Sie sind vier Monate unterwegs und werden Reiseberichte während der Tour schreiben, die wir veröffentlichen.

Nach unserem Start am 22. Juli gab es zwei große Plagen auf unserem ersten Teil der Reise: Starkregen und Baustellen. Unser Tagesziel Stettin konnten wir nicht mehr erreichen. Deshalb verbachten wir die erste Nacht an einem See nahe der polnischen Grenze. Doch diese Leichtigkeit, einen geeigneten und sicheren Stellplatz für die Nacht zu finden, sollte mit den Tagen schwinden. Das bekamen wir schnell zu spüren.

In Stettin angekommen, besichtigten wir kurz die Stadt, was uns aber bei der Hitze keinen Spaß machte. Also fuhren wir in Richtung Küste, um eine kühle Brise an der See genießen zu können. Doch die kleinen Küstenstädte waren völlig überrannt, und nur mit Mühe fanden wir einen Parkplatz. Es war wohl etwas naiv von uns, zu erwarten, dass in der Hauptsaison menschenleere Traumstrände vor uns liegen würden. Deshalb fuhren wir zu einem kleinen Bauernhof im Landesinneren. Dort wurden wir vom deutschen Besitzer Franz ermahnt: Ohne eine richtige Straßenkarte und nur mit Navi würden wir noch verblöden.

Nach zwei Tagen machten wir uns auf, um Mikolajki, das Venedig Polens, zu erkunden. Als uns die letzten Kilometer über Schotterpisten führten, wurden wir stutzig. Ein Blick ins Handy zeigte: In Polen gibt es zwei Mikolajki. Wir sind den ganzen Tag auf das falsche zugefahren, denn unser Ziel lag 100 Kilometer weiter nördlich. Nun aber standen wir vor Mikolajki 2, das aus einem einzigen Bauernhof bestand. Und mussten sofort an die Mahnung von Bauer Franz denken.

Die Dämmerung brach herein, und wir wurden unruhig, weil wir immer noch keinen geeigneten Stellplatz für die Nacht gefunden hatten. Wir steuerten die nächst größere Stadt an, wo wir erleichtert einen kleinen Campingplatz fanden.

Mit einem sehr netten schwedischen Paar ließen wir den Abend ausklingen. Wir bekamen von ihnen zahlreiche Tipps für Schweden und Norwegen und eine Einladung, sie in ihrer Heimatstadt Umeå besuchen zu kommen.

Auch in den nächsten Tagen wurde es nicht einfacher, kostenlose Stellplätze zu finden, was manchmal ziemlich stressig und ermüdend war. Doch mit der Zeit gewöhnten wir uns an die neue Situation und suchten mit einer App schon im Voraus nach preiswerten Campingplätzen.

Seitdem wir in Litauen sind, ist alles viel entspannter. Einen Besuch in der Hauptstadt Vilnius ließen wir uns natürlich nicht entgehen. Sie wird auch „die Stadt der 100 Kirchen“ genannt. Eine prunkvolle Kirche reiht sich an die nächste, und kleine Gassen führen durch die schöne Altstadt. Nach diesem Abstecher fuhren wir wieder in Richtung Meer, denn es ist hier fast genauso heiß wie Zuhause. Momentan tingeln wir an der Küste entlang und sind gespannt, was die nächsten Wochen bringen werden.

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