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Röhrenfurther bekommen Stiftung: Adam Müllers Vermögen soll Kindern und Jugendlichen helfen

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Von: Damai Dewert

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Hilfe für Kinder und Jugendliche: Der Stiftungsvorstand (von links) mit Björn Angres, Stefan Kördel und Franca D’Arrigo sowie Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein vor dem Rathaus der Stadt.
Hilfe für Kinder und Jugendliche: Der Stiftungsvorstand (von links) mit Björn Angres, Stefan Kördel und Franca D’Arrigo sowie Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein vor dem Rathaus der Stadt. © Damai Dewert

Der Melsunger Stadtteil Röhrenfurth bekommt nun eine eigene Stiftung. In diesem Jahr nimmt die Adam-Müller-Stiftung erstmals Anfragen entgegen.

Röhrenfurth – Das berichtete jetzt die Nachlassverwalterin und Stiftungsvorständin Dr. Franca D’Arrigo. Adam Müller, ein Röhrenfurther Urgestein, starb bereits 2018 im Alter von 91 Jahren.

Er hinterließ einen hohen sechsstelligen Betrag, der der Grundstock der neuen Stiftung ist. Aktuell handelt es sich noch um eine Verbrauchsstiftung, das heißt, es werden nicht nur erwirtschaftete Erlöse ausgeschüttet, sondern jährlich ein Betrag für mehrere Förderungen entnommen.

Das Ziel

Zum Stiftungszweck und den Stiftungszielen gehöre die Förderung und Bildung von Kindern und Jugendlichen aus Melsungen und den Stadtteilen – bevorzugt aus Röhrenfurth. Es sollen insbesondere schulische und außerschulische Angebote unterstützt werden, die die Entwicklung zu einer eigenverantwortlichen Persönlichkeit fördern.

Dabei sollen Kinder und Jugendliche aus prekären Verhältnissen auch finanziell unterstützt werden. Es sei beispielsweise eine Übernahme eines Teils des Schulgeldes für eine Erzieherausbildung möglich, sagt D’Arrigo. Die Stiftung ermöglicht nur dann eine Förderung, wenn nachweislich keine öffentliche Unterstützung infrage kommt.

Der Vorstand

Vorsitzende der Stiftung ist Franca D’Arrigo, Erziehungswissenschaftlerin und Studiendekanin der Diploma-Hochschule Bad Sooden-Allendorf. Komplettiert wird der Vorstand durch Stefan Kördel vom Vorstand der VR Partnerbank Schwalm-Eder-Chattengau und Björn Angres, Leiter des Jugendamtes beim Landkreis.

Über die Verwendung des Geldes entscheide der Vorstand, sagt Kördel. Die Zusammensetzung sei sehr gut, denn zur Expertise in der Jugendförderung, dem Stiftungsziel, komme finanzwirtschaftliches Fachwissen.

Die Förderung

Aktuell werden mindestens 5000 und höchstens 10 000 Euro im Jahr ausgeschüttet. Zwei Mal im Jahr nimmt die Stiftung Anträge entgegen. Für die zweite Jahreshälfte ist der Stichtag Ende September. Auch Vereine und Institutionen seien aufgerufen, sich zu bewerben, sagt Angres. Sie sollten Angebote für Kinder und Jugendliche haben.

Adam Müller

Adam Müller starb 2018 und hat die Stiftungsgründung testamentarisch verfügt. Er lebte bis zu seinem Tod in seinem Elternhaus an der Bachstraße in Röhrenfurth. Sein Sohn kam bei einem Verkehrsunfall ums Leben und seine Frau starb im Jahr 2008. Weitere Angehörige gibt es nicht. Müller galt als gradliniger und sehr korrekter Mann.

Der Bankkaufmann arbeitete 51 Jahre im Rechnungswesen bei B. Braun. Viele kannten den Röhrenfurther auch von seinen täglichen Zugfahrten ins nahe Melsungen, einen Führerschein besaß er nie. (Damai Dewert)

Engagiert: Adam Müller, Mitte, im Jahr 2006 bei einer Ehrung des TSV Röhrenfurths.
Engagiert: Adam Müller, Mitte, im Jahr 2006 bei einer Ehrung des TSV Röhrenfurths. © TSV Röhrenfurth

Bewerbung und Kontakt: Eine Internetseite für die Stiftung ist in Arbeit. Per E-Mail: Franca D’Arrrigo unter franca.darrigo@t-online.de

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