Unterschriftenaktion bis Ende Oktober

Roter Rain soll wieder für Radfahrer freigegeben werden: Initiative sammelt Unterschriften

Sie setzen sich für eine Öffnung des Roten Rains für Fahrräder ein: von links Fritz Voit, Christiane Rößler und Horst Gießler aus Melsungen möchten wieder mit dem Fahrrad nach Obermelsungen fahren. Foto: Höse

Melsungen. Der Rote Rain zwischen Melsungen und Obermelsungen ist seit Februar für Radfahrer gesperrt. Einige Melsunger kämpfen jetzt dafür, dass er wieder für Radfahrer geöffnet wird.

Rücksichtnahme lautet das Zauberwort, auf das die Mitglieder der Initiative setzen.

In vielen Geschäften der Stadt liegen derzeit Unterschriftensammlungen aus. Noch mindestens bis Ende Oktober soll gesammelt werden.

„Mehr als 500 Unterschriften haben wir schon“, sagt Christiane Rößler. Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Stadtparlament betont die Überparteilichkeit der Initiative. Unterstützt wird sie unter anderem von Fritz Voit (SPD), dem langjährigen Ersten Stadtrat Melsungens, und Horst Gießler vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und Radfahrbeauftragter der Stadt.

Ein Argument der Stadt war die unzureichende Breite des Weges. Mit nur zwei Metern sei er zu schmal für ein sicheres Nebeneinander von Fußgängern und Radfahrern. Das sei Quatsch, sagt Gießler. Der Radweg 1 an der Fulda sei mitunter sogar nur 1,80 Meter breit. Dieser Logik folgend, müsste er auch gesperrt werden. Bei der Aktion solle es eben nicht um Verbote als Lösung eines Problems gehen, sagt Rößler. Eine Stärke Melsungens sei es, auf ein gutes Miteinander zu setzen, kinder- und familienfreundlich zu sein. Vielmehr wollten sie an die Fußgänger und Radfahrer appellieren, aufeinander Rücksicht zu nehmen. Straßenverkehr könne nie sicher für alle Beteiligten sein, wenn diese nicht aufeinander Rücksicht nähmen.

Temporäre Öffnung

„Wir wollen doch gesellschaftlich die Einsicht fördern, dass Radfahren eine Alternative darstellt“, sagt Gießler. Für die Obermelsunger, insbesondere die Kinder, sei der Weg über die Fuldabrücke und die Bundesstraße gefährlicher zu befahren. Eine Regelung, die den Roten Rain vor 10 und nach 18 Uhr für Radfahrer freigibt, sei beispielsweise kurzfristig umzusetzen. Solche eine Regelung müsste mit Schildern erlaubt werden, sagt Rößler. Die rechtliche Situation sei sonst schwierig. Viele Menschen, mit denen sie gesprochen habe, hätten sich für eine Öffnung des Roten Rains ausgesprochen. Bis zu dem Unfall Anfang des Jahres, habe ein Verbot doch auch nicht zur Diskussion gestanden. Es gebe viele Beispiele aus anderen Städten, die mit Kampagnen das rücksichtsvolle Nebeneinander fördern. Das wünsche sie sich auch für Melsungen.

Die Initiatoren wollen die Unterschriften im November an Bürgermeister Markus Boucsein übergeben und ihn zu einer Rücknahme des Verbots auffordern. Im Februar hatte Boucsein mit Unterstützung des Magistrats eine straßenverkehrsrechtliche Anordnung erlassen. Das Verbot wurde damals nicht in der Stadtverordnetenversammlung diskutiert.

Das sagt der Bürgermeister

„Wir haben eine Arbeitsgruppe zum Thema Radfahren gegründet und diskutieren eine Lösung für die Problematik. Das wissen auch die Initiatoren der Aktion, die sogar teilweise in der Arbeitsgruppe mitarbeiten. Wir wollen die Situation unbedingt verbessern und die Strecke für Radfahrer sicherer machen. Denkbar wäre zum Beispiel ein Fahrradstreifen auf der Fuldabrücke am Ortseingang Obermelsungen. Würde ich den Weg freigeben, stünde ich als anordnende Person in der Haftung. Für den Fall, dass mir der Gegner nachweist, dass der Weg nicht als Fuß- und Radweg freizugeben gewesen wäre. Zum Thema Breite: Entlang des R1 gibt es Ausweichflächen, die es so am Roten Rain nicht gibt.

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