Umlaufsperren am Roten Rain in Melsungen

Weniger Tempo für Radler in Melsungen

Schild fordert zu mehr Rücksichtnahme von Radfahrern auf.
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Schilder und Barrieren sollen dafür sorgen, dass Radfahrer am Roten Rain ihr Tempo reduzieren, um Fußgänger nicht zu gefährden..

Wer am Roten Rain unterwegs ist, muss immer die Augen offenhalten. Das gilt für Fußgänger und auch für Radfahrer. Denn neuerdings stehen dort an drei Stellen Barrieren im Weg.

Melsungen - Diese Umlaufsperren sollen dafür sorgen, das Tempo der Radler zu reduzieren. In der Vergangenheit war es immer wieder zu Konflikten zwischen ihnen und Fußgängern gekommen. „In erster Linie ist der Weg am Roten Rain ein attraktiver Fußweg“, sagt Melsungens Bürgermeister Markus Boucsein. Der Weg ist ebenerdig und barrierefrei zu erreichen. Gleichwohl ist die Strecke auch für Radfahrer freigegeben – wieder.

Sperrung nach Unfall

Schon öfter war es am Roten Rain zu brenzligen Situationen gekommen. Im Februar 2017 war ein Radler in den Rücken einer älteren Fußgängerin gefahren, die sich bei dem Unfall verletzt hatte. Daraufhin hatte der Magistrat den Weg für Radfahrer gesperrt, um Fußgänger besser zu schützen – die Fahrräder mussten geschoben werden. Infolgedessen hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die rund 1000 Unterschriften für die Öffnung des Roten Rain für Fahrradfahrer gesammelt hatte.

Mit Erfolg: Im Herbst 2018 hatte der Magistrat dann entschieden, den Weg wieder für Radfahrer freizugeben. Die Öffnung verzögerte sich aber, weil Zuschüsse beim Land beantragt worden waren, unter anderem für die Beleuchtung des Weges. Seit Herbst 2020 kann der Rote Rain wieder von Fahrradfahrern genutzt werden.

Erst Licht, dann Barriere

Damals wurden dann Lichtmasten aufgestellt, „die den Weg stellenweise dezent beleuchten“, sagt Bürgermeister Markus Boucsein. Auch deshalb wird der Weg gern von Joggern genutzt, die in der Dämmerung oder am Abend noch eine Runde drehen. Die Umlaufbügel wurden aber erst jetzt aufgestellt. Begründung: „Wir wollten erst das Hochwasser abwarten“, teilt Bürgermeister Boucsein auf Anfrage mit. Seit Ende vergangener Woche stehen nun an drei Stellen jeweils drei Umlaufsperren: am Anfang des Weges, in Höhe der St. Georgs-Brücke und am Ende des Weges. Die Kosten hierfür belaufen sich auf rund 3000 Euro.

Die Umlaufsperren stehen in einem Abstand von 1,60 Meter zueinander. Die Stadt habe Tests gemacht: mit einem Zwillingskinderwagen und einem Fahrrad mit Anhänger, teilt Boucsein weiter mit. Die mittlere Stange sei jeweils so weit nach außen versetzt, dass eine S-Kurve entstehe, durch die selbst Fahrer auf dem Rad sitzend „relativ geschmeidig“ durch die Barriere kämen, wenn die Füße den Boden berühren.

Kritik im Internet

Insbesondere in den sozialen Medien gab es bereits viel Kritik an den Barrieren am Roten Rain.

Dort war von „Schwachsinn“ und „neuer Melsunger Schildbürgerstreich“ zu lesen. Ein User schrieb: „Für so einen Mist ist Geld da!“.

Was sagt der Melsunger Bürgermeister Markus Boucsein dazu? „Ich lasse mich in meinem Handeln nicht leiten von der Kommentierung in den sozialen Medien.“ Dort werde bewertet, ohne den Hintergrund zu kennen. (Claudia Feser)

Sperren auf dem Weg: Am Roten Rain sollen Umlaufsperre das Tempo der Radfahrer verlangsamen.

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