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141 Mitarbeiter von B. Braun in Melsungen sagen Ade

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Von: William-Samir Abu El-Qumssan

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Ade: Vorstand Markus Strotmann (links) verabschiedet Bernd Leck.
Ade: Vorstand Markus Strotmann (links) verabschiedet Bernd Leck. © B. Braun

Das Melsunger Unternehmen B. Braun hat 141 Beschäftigte in den Ruhestand verabschiedet. Die Mitarbeiter gehen mit Wehmut.

Melsungen – Genau drei Jahre und drei Tage hatte es bei B. Braun in Melsungen keine Rentnerfeier mehr gegeben. Nun fand die traditionelle Veranstaltung nach einer langen pandemiebedingten Pause wieder in der weihnachtlich geschmückten Kulturfabrik statt, wie das Unternehmen mitteilt.

„Es ist mir eine große Freude, dass ich sie hier heute live und in Farbe begrüßen darf“, sagte Vorstandsvorsitzende Anna Maria Braun, als sie fast 400 neue und langjährige Rentner von B. Braun willkommen hieß. „Wir möchten ihnen für ihre Treue danken – viele von ihnen habe mehrere Dekaden lang die Erfolgsgeschichte von B. Braun mitgeschrieben.“

Personalleiter Jürgen Sauerwald konnte beeindruckende Zahlen präsentieren: Von den 141 Mitarbeitern, die in Melsungen in den vergangenen zwölf Monaten in den Ruhestand gewechselt sind und nun persönlich von dem fast vollständig vertretenen Unternehmensvorstand verabschiedet wurden, haben 32 mehr als 40 Jahre für B. Braun gearbeitet und 62 über 30 Jahre. „Das ist etwas Besonderes“, sagte Sauerwald, „und wir wertschätzen das sehr.“

Rentnerfeier bei B. Braun: Mitarbeiter halten zusammen

Umrahmt wurde die Feier von den B. Braun-Blechbläsern „B2Brass“. Im Mittelpunkt aber standen die Wiederbegegnung der früheren Mitarbeiter, die Gespräche bei Kaffee und Weihnachtsgebäck, der Austausch über Vergangenheit und Gegenwart.

Den besonderen Geist bei B. Braun betonte die Betriebsratsvorsitzende Alexandra Friedrich, als sie sich in ihrem Grußwort bei den Ehemaligen bedankte: „Braunianerinnen und Braunianer halten zusammen, wenn es darauf ankommt.“

Alexandra Friedrich Vorsitzende des Betriebsrates
Alexandra Friedrich, Vorsitzende des Betriebsrates. © Privat

Von denen, die jetzt gegangen sind, werden viele dieses Klima der Kollegialität vermissen. „Ich muss aufpassen, dass mir nicht die Tränen fließen“, sagte Monika Siemon, die 1980 beim damaligen Tochterunternehmen Dexon in Spangenberg anfing und zuletzt beim Spritzguss im Werk K tätig war. „Ich hatte supertolle Kollegen und habe wahnsinnig gerne gearbeitet.“ Wenn sie nicht aus gesundheitlichen Gründen hätte aufhören müssen, sagt die 63-Jährige, wäre sie gerne noch länger geblieben.

Auch Bernd Leck, der sein gesamtes 41-jähriges Berufsleben in der Vertriebsorganisation von B. Braun verbracht hat, ist nicht frei von Wehmut. „Es hat mir immer gefallen, ich konnte mich immer weiterbilden und an Projekten mitarbeiten“, sagte der 63-Jährige, der einst mit Lochkarten und Telex-Automaten angefangen hatte und zuletzt die Digitalisierung des Vertriebs mit vorantrieb.

Aber, findet er: „Es gibt genügend Jüngere, die es machen können.“ Und langweilig werde es ihm, der sich schon lange im Vorstand eines Sportvereins und als Ortsbeiratsmitglied engagiert, auch im Ruhestand ganz sicher nicht werden.

Das sieht auch Ulrich Elias so: „Ich habe zwei Töchter und bin als Opa gefragt“, erklärte der 64-Jährige. „Ich habe genug zu tun.“ Außerdem werde er auch künftig noch gelegentlich das tun, was er mit großer Begeisterung viele Jahre lang bei B. Braun getan hat: Beschäftigte und Kunden schulen, zum Beispiel im Hygienemanagement oder in der Medizinprodukteberatung. Nur jetzt im Auftrag des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed). „Ich finde es toll, viel mit Menschen zu tun zu haben“, sagte er. Insgesamt kommt Ulrich Elias auf 35 Jahre im Unternehmen.

Rentnerfeier bei B. Braun: Kantinenessen löst Wehmut aus

Bei Manfred Marx waren es sogar fast 50 – davon 42 Jahre in der Fertigung von Dialysegeräten. Der 64-Jährige bilanziert: „Immer die neueste Elektrotechnik einzusetzen, um Menschen zu helfen, das war eine Arbeit, mit der ich mich identifizieren konnte.“

Ständig habe er Neues gelernt, habe sich mit seinen Ideen einbringen, Verbesserungen umsetzen können. „Mir hat das Spaß gemacht.“ Angst vor dem Ruhestand und vor einem Leben ohne B. Braun, hat er trotzdem nicht. Er freue sich, jetzt mehr Zeit fürs Renovieren seines Hauses zu haben, für Freunde, für sein Hobby sowie das E-Bike-Fahren. Eines aber vermisse er sehr: „Was mir fehlt“, sagte der Neurentner, „ist das gute Kantinenessen.“

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