Interview mit Hessen Mobil

Schäden an erneuerter Bundesstraße 253: Probebohrungen sind geplant

Bundesstraße 253 zwischen Melsungen und Felsberg
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Fahrbahnschäden: Aufgemalte Pfeile markierten die Stellen, an denen ausgebessert werden sollte. An dieser Stelle passierte aber nichts, und die Mängel-Markierung verblasste wieder.

Die Bundesstraße 253 zwischen Melsungen und Felsberg wurde erst vor zehn Jahren erneuert - trotzdem gibt es diverse Schäden an der Fahrbahn.

Melsungen/Beuern - Um die Ursachen für weitere Fahrbahnschäden auf der erst vor zehn Jahren erneuerten B 253 zwischen Melsungen und der Anschlussstelle an die A 7 bei Beuern zu erforschen, sind Bohrungen in den Asphalt geplant. Das hat das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil auf Anfrage der HNA angekündigt.

Beulen, Risse und Öffnungen in den Fugen in diesem Abschnitt werfen die Frage auf, ob ordentlich gearbeitet wurde: Innerhalb der verlängerten Gewährleistungszeit waren immer wieder Schäden aufgetreten, die immer noch nicht alle behoben sind. Hessen Mobil hatte für Teilleistungen die Gewährleistungsfrist der bauausführenden Firma von normalerweise fünf Jahren zunächst bis 2017 verlängert. Aber es gab weitere Schäden. Darüber sprachen wir mit Hessen Mobil-Pressesprecher Marco Lingemann.

Marco Lingemann, Pressesprecher Hessen Mobil
Warum hat Hessen Mobil die Strecke aus der Gewährleistung genommen, obwohl die Mängel trotz Überarbeitung deutlich sichtbar sind? Aus den Fugen dringt oft eine Flüssigkeit heraus, die man mit Eiter einer Wunde vergleichen kann.
Die Baumaßnahme ist vor neun Jahren abgeschlossen worden. Die Baufirma kann nicht mehr in Regress genommen werden. Wir werden demnächst an verschiedenen Stellen durch Probebohrungen ermitteln, woher der Flüssigkeitsaustritt resultiert. Es besteht keine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer.
Was wird aus den Beulen unweit des Blitzers, deren Zahl zugenommen hat?
Die Aufwölbungen treten bisher nur an den nicht oder wenig befahrenen Bereichen auf, sie sind keine Gefahr für den Verkehrsteilnehmer. Wir haben die Sache im Blick. Wenn erforderlich, werden die Aufwölbungen aufgebohrt und geglättet.
Was wird aus den Rissen in der Ortslage Melsungen, die man nach Aussage von Hessen Mobil der Firma nicht anlasten kann?
Die Fahrbahn des stark befahrenen Straßenabschnitts weist Verschleißerscheinungen auf, die nach einer Nutzungsdauer von neun Jahren seit der letzten Deckenerneuerung nicht außergewöhnlich sind.
Was wird aus der neuen Schadstelle bergauf kurz hinter der Abfahrt Richtung Melgershausen, aus der plötzlich Wasser austrat?
Wie an anderen Bereichen der Straße auch wurden die Aufwölbungen an dieser Stelle im Herbst 2019 aufgebohrt. Dort, wo sich zwischenzeitlich im Bereich des Überhol-Fahrstreifens erneut Aufwölbungen entwickelt haben, haben Schilder „Achtung Gefahrenstelle“ mit dem Zusatz Straßenschäden auf die Unebenheiten hingewiesen. Nach dem Ende der Frostperiode hatten sich die Aufwölbungen so weit gesetzt, dass die Schilder wieder entfernt werden konnten.
Was unternimmt Hessen Mobil konkret, um die Schäden in der Fuge Richtung Melsungen zwischen der Anschlussstelle Melsungen und der Abfahrt Heßlar zu beseitigen?
Ein Teil wurde bereits ausgebessert. Sollte es aus baulicher und verkehrlicher Sicht notwendig sein, werden wir die Stellen ausbessern.
Welche Konsequenzen hat es, wenn Firmen nicht zur Zufriedenheit des Staates, also des Auftraggebers, arbeiten?
Zwischen Auftragnehmer und Auftraggeber besteht ein Vertrag, den beide Seiten erfüllen müssen. Wenn eine Seite der Meinung ist, dass die andere die vertraglichen Vereinbarungen nicht erfüllt, versucht man zunächst, sich zu verständigen. Für den Fall, dass keine Einigung möglich ist, müsste die Angelegenheit in letzter Konsequenz juristisch ausgetragen werden. (Manfred Schaake)

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