Weitverbreitete Forst

Schon 70 Wildkatzen tappten in nordhessische Fotofallen

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Es gibt sie in höherer Anzahl zwischen Rotenburg und Melsungen: Eine Wildkatze nutzt mit ihrem Jungtier den Waldweg.

Melsungen. Im Riedforst bei Melsungen wird seit Mitte Juli im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt der Bestand von Wildkatzen erfasst. In den ersten drei Wochen konnten schon über 70 Bilder von ihnen per Fotofalle gemacht werden.

Die Wildkatzen sind in Nordhessen weit verbreitet, vor allem in den größeren Wäldern. Viele Jahre standen die Wildkatzen auf der Roten Liste für vom Aussterben bedrohte Tierarten. Noch immer gehört sie zu den geschützten Arten. Die Länder sind nach europäischem Recht dazu verpflichtet, den Bestand regelmäßig zu erfassen.

„Was viele nicht wissen: Die Katzen waren nie völlig verschwunden“, sagt Dr. Markus Port, vom Institut für Zoologie und Anthropologie der Universität Göttingen. Er ist einer der Projektinitiatoren, der die Wildkatzen-Population mit 50 Fotofallen im Riedforst erforscht. Die wenigen verbliebenen Tiere hatten sich in zwei Gebiete in Deutschland zurückgezogen: in den Harz und in den Pfälzer Wald.

In den vergangenen Jahren eroberten sich die scheuen Tiere neuen Lebensraum in Deutschland zurück. So breiteten sie sich wieder zwischen den beiden Regionen aus. „Mittlerweile zieht es sie sogar Richtung Schwarzwald“, sagt Port. Der Umweltbund BUND hat mit einer Aktion dazubeigetragen: Die Mitglieder begrünten zwischen Waldgebieten freie Flächen. Denn: Die größte Bedrohung der Wildkatzen ist die Zerstückelung ihres Lebensraums durch Straßen und Siedlungen. Um dieser Bedrohung entgegenzuwirken, wurden diese grünen Korridore geschaffen. So hat sich nach Aussage des BUND die Überlebenschance der Wildkatzen in den vergangenen Jahren deutlich verbessert.

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