Prüfung bei Neubauten

Schulen im Schwalm-Eder-Kreis sollen offen bleiben: CDU-Fraktion schlägt Projekt mit Viessmann-Lüftern vor

Wird kritisch gesehen: Lüften bei niedrigen Außentemperaturen. Im Bild Schüler der Anne-Frank-Schule in Eschwege. Archivfoto: Melanie Salewski
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Wird kritisch gesehen: Lüften bei niedrigen Außentemperaturen. Im Bild Schüler der Anne-Frank-Schule in Eschwege.

Künftig soll bei allen Neubauten von Schulen und Verwaltungsgebäuden geprüft werden, ob der Einbau einer mechanischen Lüftungsanlage sinnvoll ist. Dazu werden bei jedem Bauprojekt die Mehrkosten für den Einbau ermittelt. Die Entscheidung liegt letztlich beim Kreisausschuss.

Schwalm-Eder – Das gilt außerdem für Kernsanierungen von bestehenden Gebäuden und wenn größere Gebäudeabschnitte – zum Beispiel Fachtrakte – saniert werden. Das mechanische Lüften soll außerdem durch das Öffnen von Fenstern unterstützt werden – im Beschluss wird das hybrides Lüften genannt. Der Landkreis sei so für die Zukunft gerüstet, sagte dazu Helmut Mutschler, Energiedezernent. Und: Mobile Lüfter irgendwo reinzustellen, mache es nicht automatisch besser. Der Antrag wurde einstimmig angenommen. Die CDU-Fraktion hat zum Einsatz mobiler Lüfter eine andere Meinung, forderte gar, ein Pilotprojekt zu initiieren. Fraktionschef Reinhard Otto begründete den Vorstoß für die Lüfter unter anderem mit der Bedeutung des Präsenzunterrichtes für Kinder. Die Schulen müssten offen bleiben.

Dann brachte er von Viessmann entwickelte moderne, mobile Lüfter ins Gespräch. Das Unternehmen mit Sitz in Allendorf im Landkreis Waldeck-Frankenberg ist spezialisiert auf Heizung, Lüftung und Kühlung. Mit dem benachbarten Landkreis teile man sich den Schulamtsbezirk. Ein Projekt der beiden Landkreise und des Staatlichen Schulamtes unter Mitwirkung von Viessmann sei doch geradezu ideal. „Wir sollten das selbst in die Hand nehmen und einfach mal anpacken“, appellierte Otto in die Runde. Der Antrag wurde zur Abstimmung in den Schulausschuss verwiesen. Dort landete auch ein Antrag der Grünen, für die Grundschulen im Landkreis mobile Lüftungsanlagen anzuschaffen.

In den Vorgaben der Ministerien sei klar geregelt, Lüften ist das wichtigste, Lüfter nur Ergänzung. Der Landkreis halte sich strikt an diese Vorgaben, sagte Landrat Winfried Becker. Sollten Lüfter gewollt sein, kostete die Ausstattung der Schulen mehr als sechs Millionen Euro. Infrage kämen aber ausschließlich vom Bund zertifizierte Geräte. Das Wechselmodell lobte er ausdrücklich: Ein Jahr lang habe sich das hessische Kultusministerium gewehrt, das Wechselunterrichtmodell einzuführen, kritisierte Landrat Winfried Becker. Endlich gebe es auch die Entspannung im Schülerverkehr, denn halbvolle Busse, aber volle Klassenzimmer hätten nichts gebracht. Diese Entscheidung sei überfällig gewesen. Die Maskenpflicht an Grundschulen funktioniere ebenfalls gut. (Damai D. Dewert)

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