HA Schult machte B. Braun zum Kunstwerk

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Melsungen. Der documenta-Künstler HA Schult machte am Montag das B. Braun Werk Life zur Kunst.

Action Blue - so lautet Schults Beitrag zum digitalen Kunstereignis Globale. Vom 21. Juni bis zum 7. August wird Schult in einem Hybrid-Fahrzeug 18.000 Kilometer von Paris nach Peking fahren. An Stationen nimmt er Wasserproben. Aus den mikroskopischen Aufnahmen entstehen Bilder.

Die Reise von Aktionskünstler HA Schult führt 18 000 Kilometer von Paris über Moskau und Peking in die Wüste Gobi: „Auf dieser Reise darf Melsungen nicht fehlen“, sagte Schult am B. Braun Werk Life zur Begrüßung. 

Auch im Werk Life und bei B. Braun drehe sich alles ums Wasser. Und Wasser sei das Element, dass alle Menschen verbinde und das Thema der Zukunft. Es spende Leben und töte Menschen beim Kampf darum. 

In Melsungen nahm er eine Probe reinsten Wassers, Wasser, das zur Herstellung von Infusionslösungen verwendet wird. Aus den Proben aus Flüssen, Seen und Wüstenlöchern erstellt er mikroskopische Bilder. So fließt seine Kunstaktion „Action Blue“ vom Startort Paris nach Peking. 

Melsungen war nach Paris, Luxemburg, Trier und Karlsruhe die fünfte Station. Dabei hatte Karlsruhe eine besondere Bedeutung, da Action Blue ein Beitrag zum digitalen Kunstereignis „Globale“ ist. Globale soll die Effekte der Globalisierung deutlich machen und ist das Kunstereignis des Zentrums für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe (ZKM) zum Stadtjubiläum. Das ZKM sei für die digitale Kunst das, was das Centre Georges-Pompidou für die klassische Kunst sei, sagte Schult. 

„Schult stößt Türen auf, wo andere keine sehen“, sagte Wissenschaftsberater Professor Reinhold Ollig vom Bundesministerium für Bildung und Forschung. Schult mache mit seiner Reise auf die Probleme der Wasserverteilung aufmerksam. Es gebe zwar genügend Wasser, dieses sei aber nicht gerecht verteilt. Hormone in den Kläranlagen seien beispielsweise ein Problem für uns. 

Nach Aussage von B. Braun verbrauche man im Werk Life jährlich etwa 350 Millionen Liter Wasser. Das entspricht etwa dem Verbrauch von 2800 Vier-Personen-Haushalten. Das Wasser werde dabei überwiegend für medizinische Produkte verwendet. 

Wie wichtig es für den Menschen sei, verdeutlichte Professor Dr. Heinz-Walter Große, B. Braun-Vorstandsvorsitzender: Bereits ab einem Wassermangel von 20 Prozent bestehe Lebensgefahr.

B. Braun und HA Schult 

Seit mehr als 40 Jahren sind HA Schult und B. Braun künstlerisch verbunden. Während der documenta 5 im Jahr 1972 lernten sich Schult und Ludwig Georg Braun kennen. Braun versprach, sollte er mal ein neues großes Werk bauen, wolle er Kunst von Schult ausstellen. Mit dem „Altar der Wissenschaft“ im Werk Life ist dies mittlerweile geschehen. Zum Abschied Brauns als Vorstandsvorsitzender (2011) entwarf Schult mit Auszubildenden das Werk „Future inside“. Ein Boot, das Arche ist. Imposant ist auch „Desire“, eine installation mit Weltkugel und Gemälde im Werk Wave. „Wissenschaft und Kunst verbindet viel. Sie blicken beide in die Zukunft“, sagte Schult.

HA Schult 

HA Schult ist 75 Jahre alt und wurde am 24. Juni 1939 als Hans-Jürgen Schult in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern geboren. Schult ist durch Objekt- und Aktionskunst bekannt geworden. Er gilt als einer der ersten Künstler, der das ökologische Ungleichgewicht in den Mittelpunkt seiner Arbeit stellte. „Damals gab es die Grüne-Partei noch gar nicht“, sagte Schult in Melsungen. Er studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie. Seit 2010 ist er in vierter Ehe mit der aus Moskau stammenden und seit 2003 in Köln lebenden Violinistin Anna Zlotovskaya verheiratet. Schult war 1972 auf der documenta 5 und 1977 auf der documenta 6 als Künstler vertreten.

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