In den Mittelzentren wird es eng

Im Schwalm-Eder-Kreis fehlen kleine Wohnungen für Flüchtlinge

Schwalm-Eder. Die Lage auf dem Wohnungsmarkt im Schwalm-Eder-Kreis könnte sich künftig verschärfen.

Flüchtlinge, die einen Aufenthaltstitel bekommen, deren Asylantrag also angenommen wurde, benötigen eine Bleibe. Derzeit ist der Landkreis für 2605 Flüchtlinge zuständig. 1738 von ihnen leben in 600 angemieteten Wohnungen und 857 Menschen in Gemeinschaftsunterkünften. Nach wie vor sei es Ziel des Landkreises, die Menschen dezentral unterzubringen, sagt Michael Schneider, Büroleiter beim Landkreis. Schon für die etwa 857 Menschen fehlte also Wohnraum.

Jeder, der seinen Titel erhalte, müsse aber umgehend aus den vom Landkreis angemieteten Wohnungen ausziehen, da nicht mehr der Kreis zuständig sei. Die geduldeten Menschen müssten sich auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung suchen. Für die Kosten kommt dann das Jobcenter auf. Bisher habe es aber keine Probleme gegeben. Wir setzen niemanden auf die Straße“, sagt Schneider. Einige zögen mit ihrem Aufenthaltstitel ohnehin weiter. Die Wohnungen würden dann wieder frei.

Derzeit gilt, dass ein Antragsteller nicht umziehen darf, während sein Asylverfahren läuft. Nach der Anerkennung dürfen sie ihren Wohnort frei wählen. Das neue Integrationsgesetz schreibt indes vor, dass sie bleiben müssen, wo sie sind. Jedenfalls über einen Zeitraum von mehreren Jahren. Dies würde die Wohnungen weiter verknappen.

In Mittelzentren wird’s eng

„Wir merken auf dem Wohnungsmarkt jetzt schon, dass Wohnungen fehlen. Gerade in den Mittelzentren wird es sehr eng werden“, sagt Jürgen König, Chef von König Immobilien aus Homberg. Viele wollten nicht in die Ortsteile. Gerade günstige Wohnungen seien gesucht: „Wer künftig keine hohe Miete zahlen kann, wird es schwer haben, eine Wohnung zu finden“, befürchtet König.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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