Verkauf in der Apotheke

Seniorinnen aus Melsungen stricken Strümpfe für guten Zweck

Strümpfe für den guten Zweck: von links Maria Rose, Bettina Rose, Apothekerin Eva Seitz und Martha Schneider in der Aesculap-Apotheke in Melsungen, wo die selbst gestrickten Socken verkauft werden.
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Strümpfe für den guten Zweck: von links Maria Rose, Bettina Rose, Apothekerin Eva Seitz und Martha Schneider in der Aesculap-Apotheke in Melsungen, wo die selbst gestrickten Socken verkauft werden.

Vier Seniorinnen aus Melsungen stricken Strümpfe, um Menschen mit Leukämie zu helfen.

Melsungen – In Kanada hat jemand warme Füße, weil Martha Schneider Socken gestrickt hat, die eine Melsunger Austauschschülerin als Gastgeschenk mit nach Kanada genommen hat. In den deutschen Nationalfarben Schwarz, Rot, Gold. Martha Schneider, 88, aus Röhrenfurth ist eine von vier Frauen, die Socken strickt, damit andere warme Füße haben und damit Geld an die Jose– Carreras-Stiftung gespendet werden kann. Die Socken werden ab sofort in der Aesculap-Apotheke in Melsungen verkauft.

„Martha Schneider strickt die meisten unserer Socken“, sagt Maria Rose, 91, aus Röhrenfurth. Als Kinder haben beide das Stricken von ihren Müttern gelernt und seitdem immer gestrickt, erst für die Familie und Freunde und seit vielen Jahren für die Jose-Carreras-Stiftung. Genau wie ihre Strick-Kolleginnen Rosemarie Kollmar und Helga Engelmann aus Hamburg, die mit Familie Rose befreundet sind.

Die Socken stricken die Seniorinnen mit links. Martha Schneider kann nicht einfach sitzen, ohne etwas zu machen, und dann strickt sie eben, sagte sie: „Stricken ist mein Hobby.“ Für einen Strumpf braucht sie zwei Tage. Jede der vier Frauen hat ihre eigene Art zu stricken: Die eine strickt sie mit Bündchen, die andere ohne, die nächste mit zwei rechts, zwei links, und die Vierte strickt sie mit langen Beinen dran. Es gibt die Socken in den Größen 23 bis 47, auf Bestellung auch bis Größe 52.

Bis vor Kurzem wurden die selbst gestrickten Socken in einem Blumengeschäft in Melsungen verkauft. Nach dessen Schließung hat sich Apothekerin Eva Seitz für den Verkauf der Socken für den guten Zweck bereit erklärt. „Das Geld kommt zu 100 Prozent der Jose-Carreras-Stiftung zugute“, sagt Bettina Rose, Tochter von Strickerin Maria Rose, Fan von Jose Carreras und Koordinatorin für das Socken-Projekt.

Sie hat in den vergangenen Jahren 15 Kilogramm Wolle gekauft, die die vier Seniorinnen zu Strümpfen für den guten Zweck gestrickt haben.

60.781 Euro konnten so zwischen 2002 und 2019 an die Stiftung des Star-Tenors Jose Carreras gespendet werden.

Das Geld stammt nicht nur aus dem Verkauf der Socken, sondern auch von Marmelade und Plätzchen, die die Seniorinnen gekocht und gebacken haben. Und es wurden zwischen 2004 und 2011 Konzerte mit den nordhessischen Tenören in der Melsunger Stadthalle organisiert.

Das Geld wurde in den vergangenen Jahren persönlich an die Stiftung übergeben: Während der Jose-Carreras-Gala, die immer in Leipzig stattfindet. In diesem Jahr wird sie ohne Publikum im Fernsehen übertragen und die Spende wird überwiesen.

Und was machen die Seniorinnen eigentlich mit den Wollresten aus 15 Kilogramm Strumpfwolle? Maria Rose hat Quadrate gestrickt und diese mit Kreuzstichen verbunden – die Patchwork-Decke legt sie sich beim Stricken gerne über die Beine.

„Und ich stricke von den Resten Sofakissen“, sagt Martha Schneider.

Jose-Carreras-Stiftung kämpft gegen Leukämie
1995 hat der spanische Tenor Jose Carreras, 74, einen Verein gegründet: Die Deutsche-Jose-Carreras-Leukämie-Stiftung sammelt Spenden zur Bekämpfung der Krankheit Leukämie. Ziele des Vereins sind, unter anderem die klinische Leukämie-Forschung zu fördern und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern sowie die Unterstützung von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen. In Leipzig wird in der Vorweihnachtszeit eine Spendengala organisiert, in der unter anderem prominente Künstler um Spenden bitten.
(Claudia Feser)

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