Füttern, Wickeln, Baden

Sie sind fit fürs Babysitten: Schülerinnen in Felsberg bekamen Zertifikat

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Beim Schaukeln: Heike Miedler (52) von der Stadtjugendpflege und die Felsberger Babysitter Alicia Offermann (15), Jana Möller (14), Maja Grenzebach (15) mit Elias Bleienberger (4).  

Felsberg. In Felsberg fand ein Babysitterkurs statt. Sieben Schülerinnen erhielten Zertifikate für eine professionelle Kinderbetreuung.

Füttern, Wickeln, Baden: Bei dem Babysitterkurs inklusive Erste-Hilfe-Kurs und Zertifikat in der Elternschule Felsberg wurden kürzlich sieben Teilnehmerinnen zwischen 14 und 16 Jahren zum Babysitter ausgebildet. Im Theorieteil lernten die Teenager unter anderem, Räume kindersicher zu machen, was Aufsichtspflicht bedeutet und wie Kinderkrankheiten erkannt werden.

„Im Umgang mit Kindern ist es wichtig, auf ihre Ängste einzugehen und sie ernst zu nehmen“, sagt Kursteilnehmerin Alicia Offermann aus Felsberg. Jana Möller aus Felsberg ergänzt: „Wir haben auch gelernt, was Kinder in welchem Alter essen können und wie man sie beschäftigt.“

Im Praxisteil kamen Puppen in verschiedenen Größen zum Einsatz, zur Darstellung von Kindern unterschiedlichen Alters. Die Mädchen lernten an ihnen das Wickeln, Baden und das richtige Halten von Babys. Sie lernten auch, wie Kinder ins Bett gelegt und im Notfall wiederbelebt werden.

Bis zu zehn Euro

Und was verdienen Babysitter? Im Schnitt können sie zwischen fünf und zehn Euro die Stunde verdienen. „Kommt drauf an, was wir machen müssen“, sagt Maja Grenzebach aus Felsberg. „Wenn ein Kind nur schläft, nehmen wir natürlich weniger als bei einem Spielplatzausflug.“ Wenn sie sich beim Aufpassen mit dem Kind beschäftigen, können sie mehr verlangen. Die Idee zum Kurs hatte Heike Miedler von der Stadtjugendpflege Felsberg. „Als eine Mutter mich nach einem Babysitter gefragt hat, kam mir die Idee“, sagt sie. Die 52-Jährige dachte über einen Kurs für Jugendliche nach.

Sie wollte eine Datenbank mit ausgebildeten Babysittern, die zertifiziert sind, erstellen. Die Datenbank diene als Service für Eltern, die kurzfristig einen Babysitter bräuchten. Iris Bächt vom Mehrgegerationenhaus hat den Kurs organisiert. Durch Zuschüsse vom Mehrgenerationenhaus und einer Teilnahmegebühr von 55 Euro konnte der Kurs finanziert werden.

Marina Otteni vom Familienzentrum Homberg hat den Kurs in Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz geleitet. Alle sieben angemeldeten Teilnehmerinnen haben den Kurs bestanden und wurden in einer Datenbank der Stadtjugendpflege eingetragen. Eltern können für eine Babysitteranfrage Kontakt mit Heike Miedler aufnehmen. Sie leitet die Anfragen an die interne Datenbank – Babysitter-Whatsapp-Gruppe – weiter. Zum Schutz der Minderjährigen werden ihre Daten nicht weitergegeben.

Kontakt: Heike Miedler, Tel. 01 77 / 71 177 27

Hintergrund: Beim Ersten Besuch die Eltern mitnehmen

Die Vermittlung über die Stadtjugendpflege dient dem Schutz der Minderjährigen. Das Thema der eigenen Sicherheit während des Aufenthalts in einem fremden Haushalt wurde in dem Kurs besprochen. Den Mädchen wurde geraten, sich vor einer Zusage bei einem Telefonat erstmal einen Eindruck zu machen. „Beim Gespräch können wir schon merken, ob gute Absichten hinter der Anfrage stecken“, sagt Maja Grenzebach (15) aus Felsberg. Zum ersten Besuch bei einer Familie sollten sie sich dennoch von ihren Eltern begleiten lassen. 

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