In der Melsunger Kulturfabrik

230 Viertklässler beim Abschlusskonzert des Primacanta-Projektes

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Singen nach Handzeichen: Die Viertklässler des Projekts Primacanta an Fulda und Eder trafen sich am Samstagvormittag in der Melsunger Kulturfabrik zum Abschlusskonzert.

Melsungen. Singen macht Spaß: Das bewiesen 230 Viertklässler aus neun Grundschulen am Samstag in der Kulturfabrik in Melsungen. Dort fand das Abschlusskonzert des Primacanta-Projektes statt.

Der Auftritt, der alle Kinder des Projektes auf der Bühne zusammenbrachte, ohne dass vorher eine gemeinsame Probe stattgefunden hätte, sollte keine perfekt einstudierte Darbietung sein. Vielmehr demonstrierten die Viertklässler, was sie sich über zwei Schuljahre hinweg im Musikunterricht erarbeitet haben: das Singen nach den Silben do - re - mi - fa - so - la - ti - do, der so genannten Solmisation.

Ein Handzeichen, ein Ton 

Musiklehrerin Annika Obach, eine von fünf Projekt-Coaches, erklärte den Zuhörern das Prinzip, bei dem Silben für einen Ton innerhalb einer Tonleiter stehen, begleitet von Handzeichen. Das ist das musiktheoretische Rüstzeug fürs weitere Erlernen von Tonarten und Tonabständen. Haben die Kinder erst eine innere Tonvorstellung entwickelt, können sie Melodie nach Handzeichen singen und tonsicher durchhalten. Dass das auch bei mehrstimmigem Gesang klappt, zeigten die Mädchen und Jungen beim Konzert am Samstag.

Arme hoch und runter, spielerische Lockerungsübungen - so geht Singen mit Kindern. Auch das Einsingen fand vor Publikum statt. Schon dabei erfuhren die Zuhörer viel über das musikpädagogische Konzept von Primacanta. Beispielsweise, dass Gesang häufig mit Bewegungen kombiniert wird, wie im Liedchen „Peter klopft mit seinem Hammer“. Das Publikum, zum Mitmachen aufgefordert, konnte selbst nachempfinden, wie Singen zu gleichzeitigen Bewegungsabfolgen das Rhythmusgefühl schult.

230 Kinder sangen nach Handzeichen

Der besondere Charme des großen Kinderchores entfaltete sich eindrücklich bei mehreren Kanons und jenen Liedern, bei denen sich unter die Melodiestimme der Klangteppich einer Begleitstimme legte. Dass das Singen früher in der Schule noch gang und gäbe war, zeigte sich daran, dass viele Eltern und Großeltern Lieder kannten und spontan mitsangen. Mit einem schnellen spanischen Stück bewiesen die Kinder, dass sie auch unterschiedliche Tempi und Rhythmen im Musikunterricht kennengelernt haben. Fürs Erlernen eines Instrumentes sind die Primacanta-Kinder nach Abschluss des Projektes gut gerüstet. Als zum Konzertende die 230 Mädchen und Jungen unbeschwert den Pop-Song „Ein Hoch auf uns“ schmetterten, war es unüberhörbar: Singen macht Spaß.

13 Musiklehrer hatten an dem Gesangsprojekt teilgenommen. Karin Muche (Grundschule am Schloth, Melsungen) seit 25 Jahren Musiklehrerin, sagte stellvertretend für ihre Kollegen: „Auch ich habe noch sehr viel Handwerkszeug für das Singen mit Kindern dazugelernt.“ Das Tolle am Projekt sei, den Kindern die Freude am Singen und das Erleben der eigenen Stimme zu vermitteln.

Hintergrund

Das Projekt Primacanta an Fulda und Eder dauerte zwei Jahre lang. 13 Lehrer an neun Schulen aus dem Schwalm-Eder-Kreis nahmen teil.

Finanziert wurde das Projekt von der Kreissparkasse Schwalm-Eder, der Sparkassenstiftung Hessen-Thüringen und dem Verein für ein zukunftsfähiges Melsungen.

Von Petra Schaumburg-Reis

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